#38 - Gesundheit beginnt mit Gemeinschaft

Shownotes

Wir reden ständig darüber, was wir für unsere Gesundheit tun sollen.

Besser essen. Mehr bewegen. Genug schlafen. Stress reduzieren. Grenzen setzen. Resilient sein.

Ganz schön viel Selbstoptimierung für eine Spezies, die eigentlich dafür gemacht ist, nicht alles alleine schaffen zu müssen.

Denn was, wenn Gesundheit nicht nur die Frage ist:

Was kann ich für mich tun?

Sondern auch:

Wer ist eigentlich da?

In dieser Folge geht es um Gemeinschaft. Um den Unterschied zwischen Kontakt und echter Zugehörigkeit. Darum, warum 800 Kontakte im Handy noch lange kein soziales Netz ergeben – und warum manchmal ein einziger Satz gesünder sein kann als der nächste gute Ratschlag:

„Du musst das nicht alleine machen.“

Und ich erzähle euch, warum genau dieser Gedanke hinter unserem Integrierten Gesundheitszentrum steckt. Warum es diesen Podcast gibt. Und warum Gesundheit für mich niemals nur im einzelnen Menschen entsteht.

Denn vielleicht brauchen wir manchmal nicht noch mehr Selbstoptimierung.

Vielleicht brauchen wir schlicht:

einander.

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Der Podcast Kiezgeflüster – Starkes aus Staaken ist ein Projekt des
IGZ NestWerk-Staaken und wird gefördert aus Mitteln des
„Landesprogramms Integrierte Gesundheitszentren“
der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege.

Transkript anzeigen

00:00:03: Willkommen bei Starkes aus Starken.

00:00:07: Dieser Podcast ist für alle die mitten im Chaos weiteratmen, für alle, die sich was trauen, obwohl sie Angst haben.

00:00:15: Wir reden über Wege, die es offiziell nicht gibt und über Kraftquellen, die man nur findet wenn man wirklich hinschaut – im Körper, im Inneren und im Miteinander.

00:00:28: Starkes Ausstarken!

00:00:30: Echt roh und berührend.

00:00:36: Willkommen zu unserer nächsten Solo-Folge.

00:00:40: Wir haben in der letzten Folge über Grenzen gesprochen und ich will von Grenzen wieder raus mit euch schwärmen, und zwar in den Raum der Gemeinschaft – in diesem unendlich riesengroßen Raum von Gemeinsicht!

00:00:58: Und vielleicht ist es auch gerade super passend, wer mir das letzte Mal über Grenze gesprochen, was vielleicht auch ganz passend weil wir auch über das Immunsystem gesprochen haben und wie wichtig Grenzen sind, nicht um uns abzugrenzen und zu vereinsammeln sondern um zu schützen.

00:01:19: Nicht nur uns selbst, sondern auch das Gegenüber Und um in gesunder Grenzsetzung und mit gesunden Grenzen überhaupt erst Beziehung erschaffen zu können.

00:01:32: Und so bleiben wir noch ein bisschen mehr in dem Raum der Beziehungen.

00:01:36: Wer ahnt's?

00:01:37: Kein Wunder, es kommt ja von mir, mein Lieblingsdehner und um was sich alles dreht... Beziehung!

00:01:47: Also will ich mit euch heute über Gemeinschaft sprechen.

00:01:53: Warum?

00:01:55: Weil wir zum Mensch sein einfach andere Menschen brauchen.

00:02:00: Aber nicht in ihnen verschwinden müssen.

00:02:04: Lass uns einsteigen mit einem Experiment.

00:02:09: Stell dir vor, du stehst in einem Stadion.

00:02:13: Siebzigtausend Menschen und jemand beginnt zu singen.

00:02:19: Und plötzlich singen siebzig tausend menschen denselben Satz!

00:02:26: Und du wirst garantiert neunundsechzigtausehnneunhundertseimundneunzigmenschen davon nicht kennen.

00:02:34: Und trotzdem bekommst Du Gänsehaut.

00:02:37: Warum?

00:02:38: Wie bei einem Konzert das Licht geht aus, die ersten Töne beginnen.

00:02:42: Tausend Menschen schreien gleichzeitig und dein Körper reagiert.

00:02:48: Oder kennt ihr es im Kino?

00:02:50: Du lachst stärker mit!

00:02:53: Oder wenn jemand gähnt du musst auch auf einmal gähnen oder eine Gruppe klatscht im selben Rhythmus.

00:02:59: Menschen tanzen gemeinsam, demonstrieren gemeinsam.

00:03:03: Wir beten gemeinsam wir schweigen gemeinsam wir trauern gemeinsam Wir essen gemeinsam.

00:03:10: Und warum?

00:03:12: Warum sitzen Menschen seit vermutlich hunderttausend Jahren gemeinsam um Feuer?

00:03:20: Warum feiern wir Geburtstag nicht allein vor dem Badezimmerspiegel?

00:03:24: Warum gibt es Köere, Fußballvereine, Kirchengemeinde, Yoga-Gruppen, Stammtische, Selbsthilfegruppen, Nachbarschaften?

00:03:34: Warum schicken wir nach einer Katastrophe nicht nur Geld sondern fahren hin und helfen?

00:03:39: Und warum kann ein Mensch viertausend Follower haben und trotzdem niemanden der Nachts um drei anrufen würde?

00:03:47: Also, vielleicht ist Gemeinschaft kein nettes extra-menschliches Leben.

00:03:52: Vielleicht sind sie eine unserer ältesten Überlebensstrategien.

00:03:57: Fakt ist – Der Mensch war nie als Einzelprojekt gedacht.

00:04:01: War einfach nicht ein Naturgesetz!

00:04:04: Stellen uns mal Menschen vor fünfzig tausend Jahren vor Allein keine Jacke, kein Kühlschrank, keine Apotheke, keinen Lieferdienst, kein Goulmaps und keine Taschenlampe.

00:04:13: Und draußen möglicherweise Tiere die nicht als Interessante Gesprächspartner gedacht waren.

00:04:21: Alleinsein war evolutionär nicht automatisch Endlich Me Time Sondern möglicherweise.

00:04:32: Wo sind die anderen?

00:04:35: Menschen sind kooperative Primaten.

00:04:38: Unsere Kinder sind zum Beispiel unglaublich lange abhängig.

00:04:42: Wir teilen Nahrung, Wissen, Schutz, Kinderbetreuung, Werkzeuge, Geschichten, Warnungen, Arbeit.

00:04:51: Also ein einzelner Mensch kann ja vieles – aber eine Gruppe?

00:04:56: Die kann unglaublich viel mehr!

00:05:00: Der Homiosapiens hatte die Welt wahrscheinlich nicht erobert weil jeder einzelne besonders beeindruckend war sondern wir waren verdammt gut darin Dinge gemeinsam zu tun.

00:05:15: Wenn wir noch mal zurückgehen und ihr euch vielleicht erinnert in unserer Folge Beziehung, dann lasst uns nochmal zu René Spitz und Herrn Bolby kommen.

00:05:28: Ein Menschenbaby ist im Vergleich zu vielen Tierarten nämlich erstaunlich hilflos.

00:05:33: Das Fohlen steht kurz nach der Geburt auf Und ein Menschenbaby liegt da.

00:05:38: Es kann schreien trinken greifen und verdammt süß aussehen Und das ist sehr erfolgreich.

00:05:47: Wir brauchen nicht nur eine Mama und ein Papa, Menschenkinder würden ja in vielen Gesellschaften von mehreren Menschen getragen versorgt und geschützt werden – und da können wir den Begriff nämlich mal nehmen Aloe-Parringtinge.

00:06:02: Andere kümmern sich um Nachwuchs obwohl sie nicht die biologischen Eltern sind.

00:06:07: also wir haben Großeltern, wir haben Geschwister, wir Und so kommen wir gleich zu diesem Satz, es braucht ein Dorf um einen Kind großzuziehen.

00:06:20: Also wir können die große Sozialbeziehungs-Meteranalyse aus der Beziehungsfolge nochmal kurz mit reinnehmen!

00:06:39: Menschen mit stärkeren sozialen Beziehungen hatten über die untersuchten Zeiträume eine ungefähr fünfzig Prozent höhere Überlebenswahrscheinlichkeit.

00:06:48: Erinnert ihr euch?

00:06:50: Also es geht nicht darum, wie viele Menschen kenne ich sondern um den Unterschied soziale Isolation Einsamkeit und soziale Verbundenheit.

00:07:01: also du kannst dich alleine wunderbar gut fühlen Weihnachten mit siebzen Verwandten verbringen und denken, oh holt mich hier bitte jemand raus.

00:07:13: Also Alleinsein und Einsamkeit sind nicht dasselbe.

00:07:18: Gemeinschaft bedeutet nicht möglichst viele Menschen sondern sich zugehörig fühlen.

00:07:24: also unser Nervensystem zählt ja keine Kontakte.

00:07:28: es fragt gehöre ich irgendwo hin?

00:07:32: Also tauchen wir wieder ein in unseren wundervollen Körper.

00:07:37: warum leben Menschen in Gruppen Und warum fühlt sich Gemeinsamkeit körperlich an?

00:07:46: Menschen synchronisieren sich.

00:07:48: Wir haben das eben schon mit diesem Konzert festgestellt und es passiert aber auch beim gemeinsamen Gehen, beim Tanzen, beim Singenkonzert – du musst den Text noch nicht mehr können!

00:08:01: Beim Musikieren klatschen, auch beim Gespräch.

00:08:04: wir fangen an unseren Körper aufeinander abzustimmen Wir passen Tempo und Bewegung aneinander an.

00:08:13: Teilweise verändert sich auch unser physiologischer Rhythmus in sozialen Situationen, und bitte jetzt nicht daraus machen unsere Herzenschlagen magisch exakt leichtsätig – das wäre ja Quatsch!

00:08:27: sondern Menschen koordinieren sich körperlich wie dieses gemeinsame Singen Der Chor, die Atmung, Stimme, Rhythmus, gemeinsame Aufmerksamkeit.

00:08:42: Versuch einmal bei zwanzig Menschen, die einen gemeinsamen langen Ton singen dagegen zu halten!

00:08:50: Wir kennen das alle dieses Kanon-Singen.

00:08:54: Das ist so schwer auf Sicht zu konzentrieren und nicht bei der anderen Truppe mitzugehen.

00:09:05: Also, wir passen uns automatisch an und deswegen entsteht dieses Via.

00:09:11: Wir hatten jetzt gerade diese Fußball-WM – da ist es mir auch nochmal so sichtbar geworden – nämlich diese Fußballspiele die sich nach jedem Tor maximal umarmen müssen!

00:09:26: Warum rennt der Torschützer nicht einfach hoch zurück zur Mittellinie?

00:09:30: Und aktualisiert seine persönlichen

00:09:32: Leistungsstatistik?!

00:09:33: Nein, er rennt zur Gruppe.

00:09:35: Die Gruppe rennt zu ihm!

00:09:36: Menschen springen übereinander, brüllen, berühren sich weil Erfolg offenbar nicht nur erlebt werden möchte, er möchte geteilt werden und Schmerz übrigens auch.

00:09:48: also wenn wir zum Beispiel zu diesem Thema Ritual gehen Das ist beim Fußball auch wie ein Ritual.

00:09:58: Die sprechen sich nicht vorher ab, wenn du einen Tor geschossen hast, dann müssen wir alle zur Mitte rennen.

00:10:03: Da gibt es bestimmt keinen Trainer.

00:10:07: der Medienbeauftragte ist und sagt das kommt bei Instagram super gut.

00:10:12: Nein, das machen die einfach!

00:10:13: Es ist diese Euphorie, die da ist und die unbedingt körperlich geteilt werden.

00:10:20: teilweise unbewusste Rituale, die wir machen.

00:10:22: Also wir Menschen sind schon... Wir tragen sie schon in uns drin!

00:10:28: Zum Beispiel auch wenn wir mal gucken so bei Geburt da gibt es klassische Rituaale genauso wie im Erwachsenwerden Geburtstagefeiern Hochzeit haben wir, warum?

00:10:41: Warum können auch einfach so sagen ja ich habe dich vor allem lieb und fertig.

00:10:46: Warum müssen wir daraus eine große Feier machen und warum Sind die Hochzeiten alle so ähnlich?

00:10:51: Das kann man ja auch komplett anders feiern.

00:10:54: Genauso wie der Tod, es gibt gewisse rituale Beerdigungstritualen oder wenn wir mal auf die Natur schauen, die Ernte ist ja auch ein Ritualjahreszeit, eine Religion.

00:11:06: und warum?

00:11:08: Weil Rituaale strukturieren Übergänge.

00:11:11: also da geht das ja teilweise um den Übergang Und Übergänge brauchen ja einen Halt.

00:11:17: Wir kennen es gerade in Übergängen, struggling via besonders doll und deswegen hilft uns das Rituale zu erschaffen in diesen Übergängen.

00:11:27: also wir singen wir essen wir gehen gemeinsam wir tanzen gemeinsam wir schweigen gemeinsam wir zünden Kerzen an.

00:11:37: Also wir wissen gerade alle nicht genau was wir mit diesem großen Gefühl machen sollen.

00:11:43: machen wir etwas zusammen.

00:11:46: Ich kann ja nochmal so aus meinem Yoga Space plaudern, denn da geht es auch immer um Gruppe.

00:11:57: also weiß ich ob ihr schon mal beim Yoga wart oder auch in einem anderen Sport gemeinsamen Sportraum wie Handball alles was mit Gruppen Sport zu tun hat.

00:12:12: und Ich kann natürlich sagen, dass ich das im Yoga besonders auffällig finde.

00:12:16: Auch gerade wie Yoga auch in der Corona-Zeit war und warum zum Beispiel online Yoga nicht so in diesem Maß weitergeführt wurde.

00:12:28: Also teilweise ist es noch so, dass wir uns auch über den Onlineraum freuen, dass er da ist, dass der ein Teil ist aber das ja nicht mehr der Hauptteil ist.

00:12:38: Und das muss ja einen Grund haben, der nicht als Hauptteil geblieben ist.

00:12:42: Eigentlich ist es ja auch ganz bequem, super ich bin zu Hause und muss nirgends wohin.

00:12:46: Ich habe das ganz schnell, kann das abarbeiten, hab Sparmini-Fahrtwege, muss nicht einchecken, muss keine fremde Matten benutzen, kann danach in meine eigene Dusche gehen.

00:12:59: also warum hat sich das denn nicht etabliert dass das weiterhin so groß bleibt?

00:13:03: Und die ganzen Sportfitnessräume sind weiterhin leer gebliehen oder spartanisch geblrieben Obwohl wir alles das gleiche haben, also ich kann über online die Musik zur Verfügung stellen.

00:13:16: Es sind die gleichen Übungen Aber es ist anders Anders als wenn ich allein in meinem Wohnzimmer bin.

00:13:26: So und warum?

00:13:28: Weil andere Körper da sind Die Atmen Vielleicht auch weil wir Jemanden sehen wie er aus der Assana Baum rausfällt.

00:13:41: Man dann fühlt super, ich muss nicht perfekt sein.

00:13:48: Oder dass jemand z.B.

00:13:49: säufzt.

00:13:51: Das war jetzt aber anstrengend!

00:13:54: Und man dann spürt selber und vielleicht noch an zwei drei weiteren die auch ausatmen... ...und man merkt super das war jetzt gerade für alle Anstrengenden.

00:14:06: also man bekommt eine Resonanz von anderen Gemeinschaft erzeugt.

00:14:14: Ich bin nicht allein damit!

00:14:16: Es gibt noch mehrere, die diese Yoga-Stunde gerade unfassbar anstrengend finden und sich genauso durchkämpfen wie ich gerade.

00:14:26: Also ist Gemeinschafter im Kleinen vielleicht so eine Gruppe mit einem Nervensystem und vielen Körpern?

00:14:36: Ist das Bild nicht

00:14:38: wunderschön?!

00:14:42: Ich kann auch wieder rausgehen aus dem Körper und nochmal auf der Metaebene.

00:14:46: Ich finde unser Gesundheitszentrum dafür auch sehr passend, das ist ja ein innovatives Konzept für Gesundheitszentren.

00:14:58: in dieser Art und Weise gibt es nur vier Stückchen ganz Berlin.

00:15:03: Und die Idee dahinter ist entstanden?

00:15:07: Also die Frage erstmal warum eigentlich ein integriertes Gesundheitszentrum, was bedeutet das eigentlich?

00:15:15: Und zwar hat man festgestellt dass Gesundheit nicht ausschließlich in einer Arztpraxis entsteht.

00:15:21: Also wir brauchen Medizin.

00:15:24: aber Gesundheit entsteht auch dort wo Menschen wohnen, wo Kinder aufwachsen, wo Eltern überfordert sind, wo Nachbarn sich kennen oder nicht kennen, wo Menschen Zugang zu Beratung haben.

00:15:36: also wo jemand sagt Komm rein!

00:15:39: Und wir schauen gemeinsam, wie zum Beispiel das Café Pi-Acht in unserem Kiez oder unsere Elternangebote.

00:15:49: Unsere ganzen Präventionsmaßnahmen, unsere Ernährungssäule, unsere frühen Hilfen und der Case Managerin.

00:15:59: also Wir sind nicht nur einfach nette Sozialangebote neben der richtigen Medizin sondern Wir berühren Dinge unter denen Gesundheit überhaupt erst entstehen kann.

00:16:15: Also so als kleiner Merksatz oder Slogan, manchmal braucht ein Mensch kein weiteres Informationsblatt.

00:16:29: Manchmal braucht er jemanden der den Weg einfach ein Stück mitgeht und das ist unser IGZ, das ist unseren Nestwerk.

00:16:39: also Lass uns noch mal ganz kurz zu der dunklen Seite des viers kommen.

00:16:46: Dann ist es nämlich wichtig, weil wir Menschen tun auch wiederum eine ganze Menge für diese Zugehörigkeit.

00:16:55: also wir passen unsere Kleidung an und so Sprache und so Meinungen unser Verhalten.

00:17:03: wir lachen über Witze die wenig lustig finden Wir schweigen obwohl wir widersprechen Wir trinken mit, obwohl wir gar nicht trinken wollen.

00:17:14: Wir schauen weg, obwohl ich gar nicht wegschauen dürfte.

00:17:19: und warum machen wir das?

00:17:21: Weil Ausschluss wehtut.

00:17:26: Ablehnung und Ausschluss aktivieren teilweise Systeme in unserem Körper die exakt genau wie körperliche Schmerzen sind also die docken an Systeme an die auch an körperlichen Schmerzverarbeitungen beteiligt sind.

00:17:51: Also nicht direkt identisch, aber so überlappend.

00:17:55: also dieser Satz das hat mich verletzt.

00:17:58: Das ist nicht nur ein poetische Redewendung.

00:18:00: also dass es wirklich wenn man unser soziales Gehirn sich anschaut dann ist das wirklich eine körperliche Reaktion.

00:18:10: Es gab zum Beispiel mal einen Experiment das kennt ihr bestimmt schon aus vielen verschiedenen Aus vielen verschiedenen Richtungen, weil es immer wieder mal angewandt wurde.

00:18:22: Und das ursprünglichste Experiment aus der Soziapsychologie war von Solomon Ash, und da ging es darum Menschen sollten Linienlängen vergleichen was erst einmal eine offensichtlich einfache Aufgabe ist.

00:18:38: also sie sollten entscheiden welche Linie ist genauso lang wie die Referenzlinie Und dafür gab es mehrere Menschen im Raum.

00:18:45: Es gab so eingeweite Teilnehmer, also die so an der Cover da drin waren und die den Auftrag hatten, absichtlich eine falsche Antwort zu geben.

00:18:56: Und die Versuchspersonen schaute halt auf diese Aufgabe, saßen dann ganz klar okay hier B ist richtig und die sieben Menschen, die dann eingeweiht waren als An der Cover sagten C. Das, was ausstaunlicherweise passiert ist das bei dem Versuchsmenschen der B gesagt hat dass er oder das sein Gehirn irgendwann gesagt hat na gut vielleicht sind meine Augen heute einfach dumm.

00:19:32: also Fakt ist unsere Gemeinschaft kann uns wirklich von uns selbst entfernen.

00:19:39: ihr kennt vielleicht diesen Satz zeigt mir die fünf Menschen, die dich umgeben und ich sage dir wer du bist.

00:19:47: Oder umgibt dich mit den Menschen.

00:19:52: die Summe der fünf Menschen ,die dich am nächsten dir stehen Das bist Du!

00:20:00: Also darüber was zu erkennen aber auch darüber etwas zu gestalten also sich bewusst auch Menschen in den eigene Umfeld zu holen, der du gerne sein möchtest Das ist dann wiederum ganz schön.

00:20:17: Also unsere vorige Folge hieß ja Grenzen, also Gemeinschaft ohne Grenzen kann Konformität werden, Grenzer ohne Gemeinsicht können Isolationen werden und wir brauchen aber beides, also ein Ich-und ein Wir zugehörig und Differenz, also Teil eines Wir zu sein, ohne dass ich an der Garderobe abzugeben.

00:20:42: Und von daher Schau dich noch mal in deiner Gemeinschaft um, in der du bist.

00:20:49: Also wenn Du Dir sagst, das sind meine Freunde!

00:20:58: Das ist meine Familie.

00:21:02: Das ist mein Team.

00:21:06: Das is' meine Community.

00:21:12: Und wenn Du dir jetzt alle hast?

00:21:14: Dann frag ich Dich Kannst Du dort widersprechen?

00:21:21: kannst du dich dort verändern.

00:21:25: Darfst Du erfolgreich werden?

00:21:29: Darfest Du mal weniger leisten?

00:21:34: Darst Du dort eine andere Meinung haben?

00:21:39: Darbst Du gehen und darfst Du wiederkommen?

00:21:45: basiert Deine Zugehörigkeit darauf, dass Du eine bestimmte Rolle spielen musst zum Beispiel der die lustige starke Helferin, erfolgreich Herrin.

00:22:07: Der Vernunftsmensch oder der diejenige, die nie Probleme hat?

00:22:14: Also du kannst in einer Gruppe sehr beliebt sein und trotzdem darin vollkommen unsichtbar bleiben.

00:22:25: Aber lasst uns wieder weggehen von den Studien und weg vom Arsch und weg von Evolution und wieder zurückkommensfeuer!

00:22:36: Also, vielleicht sitzen Menschen deshalb seit tausend Jahren vor dem gemeinsamen Feuer nicht nur weil sie sich wärmen wollen sondern war etwas verändert wenn jemand gegenüber sitzt.

00:22:50: Einer der erzählt einer der hört einer der kocht einer der wache hält einer der das kind trägt einer der weiß wo wasser ist einer der die geschichten kennt Und dass keiner alles können muss.

00:23:08: Das könnte so ein emotionaler Kern sein, denn unsere moderne Welt erzählt uns wahnsinnig viel von Selbstständigkeit und ich mag übrigens alle diese Wörter nicht wenn sie polarisiert werden in Social Media – von Selbstoptimierung, Selbstregulationen, Selbstfürsorge, Selbstverwirklichung und Selbstmanagement selbst, Weil wir dabei immer wieder etwas vergessen, ein Mensch muss nicht alles selbst können.

00:23:39: Es geht gar nicht!

00:23:41: Also Stärke bedeutet Nicht Ich brauche niemanden sondern Stärke ist ich weiß wenn ich brauche.

00:23:53: also jemand bringt mir eine Suppe vorbei, jemand holt meinen Kind aus der Schule, jemand fährt mich zur Chemotherapie.

00:24:02: Jemand sitzt mit mir im Wartezimmer, jemand übernimmt meine Schicht, jemand hört dieselbe Trennungsgeschichte zum achten Mal, jemand gießt meine Blumen, jemand sagt ich habe gekocht und komme rüber, jemand der sieht das du gerade nicht

00:24:21: kannst.".

00:24:22: Und er fragt nicht, übrigens was ich sehr wichtig finde.

00:24:26: Was brauchst du?

00:24:27: Sondern er sagt ganz klar ja sie Ich nehme heute deine Kinder!

00:24:34: Ich koche heute für dich.

00:24:37: Also nichts großes spektakuläres kein Förderprogramm sondern einfach ein Mensch trägt deine Einkaufstasche oder hält die Tür auf.

00:24:48: also Die Gewissheit Du musst heute nicht alles alleine machen.

00:24:56: Und vielleicht ist das auch der Grund, warum ich so sehr an unser integriertes Gesundheitszentrum glaube – an diese integrierte Gesundheitsversorgung?

00:25:07: Weil Menschen nicht nur Behandlung brauchen sondern weil Menschen Verbindung brauchen.

00:25:13: Orientierung wie so ein Kompass.

00:25:16: Jemand, der weiß wer helfen kann!

00:25:20: Wir sehen uns hier manchmal auch als Dating-Plattform.

00:25:28: Wir finden für dich hier das beste Match!

00:25:35: Also du kommst zu uns und Du musst hier nicht perfekt funktionieren, um dazuzugehören.

00:25:43: Du musst nicht wissen was du brauchst Und wir haben ja auch nicht alle weiße Kittel an.

00:25:54: Ich frage mich überhaupt ob irgendeiner von unseren Ärzten...nein niemand hat hier bei uns eigentlich einen weißen Kittel.

00:26:00: Also, wir sind Menschen hier am IGZ im Ärztehaus und hier geht es um das Zwischenmenschliche.

00:26:13: Also, denkt daran dass du nicht alleine bist.

00:26:23: Denkt daran Es gibt ein Ich Ein Du Und Das Wir Und Dass.

00:26:30: wir alle drei brauchen!

00:26:33: Wir brauchen einen ich, daß sich spürt.

00:26:36: Wir brauchen Grenzen die uns schützen.

00:26:40: Wir brauchen einen wir, in dem wir uns ausruhen dürfen.

00:26:45: Wir brauchen Familie – aber nicht jede Familie ist Sicherheit!

00:26:52: Wir brauchen eine Gruppe, aber nicht jeder Gruppe ist ein Heimat.

00:26:57: Wir haben eine Community, und es braucht Menschen, bei denen wir nicht besonders lustig sein müssen bei denen wir nicht besonders stark sein müssen, nicht erfolgreich, nicht hilfreich.

00:27:18: Sondern du darfst du sein!

00:27:23: Und so ist vielleicht Heimat manchmal gar kein besonderer Ort.

00:27:30: Vielleicht sind es Menschen, bei denen unser Körper aufhört zu fragen – Darf ich hier sein?

00:27:37: Weil die Antwort längs da is'.

00:27:40: Ja, komm dazu!

00:27:44: Wir haben noch einen Platz an unserem Feuer.

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