#36 - Gesundheit beginnt im Körper

Shownotes

Über Berührung, Nervensystem und die längste Beziehung unseres Lebens

Wann hast du deinen Körper heute zum ersten Mal wirklich gespürt?

Nicht angeschaut. Nicht bewertet. Nicht optimiert.

Gespürt.

Unser Körper spricht permanent mit uns – über Atem, Herzschlag, Spannung, Hunger, Schmerz, Müdigkeit, Lust und Unlust. Und gleichzeitig haben viele von uns erstaunlich gut gelernt, ihn zu überhören.

In dieser Folge gehen wir deshalb einen Schritt tiefer: unter die Haut. Es geht um Interozeption und Körperwahrnehmung, Yoga und Medizin, Schmerz und Nervensystem – und um die faszinierende Wissenschaft der Berührung. Warum reiben wir automatisch eine Stelle, die weh tut? Warum kann langsame Berührung unser Nervensystem beeinflussen? Und warum kann dieselbe Hand auf unserer Haut bedeuten: Bleib – oder: Geh weg?

Am Ende führt uns all das zu einer vielleicht ungewohnten Frage:

Nicht: Wie sieht mein Körper aus?

Sondern:

Wie geht es meinem Körper eigentlich mit mir?

Denn vielleicht ist unser Körper nicht das Projekt, das wir ein Leben lang optimieren müssen.

Vielleicht ist er unser erstes Zuhause.

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Der Podcast Kiezgeflüster – Starkes aus Staaken ist ein Projekt des
IGZ NestWerk-Staaken und wird gefördert aus Mitteln des
„Landesprogramms Integrierte Gesundheitszentren“
der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege.

Transkript anzeigen

00:00:03: Willkommen bei Starkes aus Starken.

00:00:06: Dieser Podcast ist für alle die mitten im Chaos weiteratmen, für alle, die sich was trauen, obwohl sie Angst haben.

00:00:15: Wir reden über Wege, die es offiziell nicht gibt und über Kraftquellen, die man nur findet wenn man wirklich hinschaut – im Körper, in Inneren und im Miteinander.

00:00:39: Heute gibt es wieder eine Solo-Folge mit mir.

00:00:45: Und zwar aus einem ganz, ganz guten Grund – hoffe ich das ist ein guter Grund – denn in unserer letzten Folge als es um Beziehung ging habe ich schon in der Folge gemerkt dass sich immer wieder in eine bestimmte Richtung gehen wollte und ich musste mir gefühlt einen Maulkorb geben weil sonst wäre die Podcastfolge einfach zu riesig geworden.

00:01:14: Und deswegen dachte ich, ach... Ich muss daraus nochmal eine weitere Podcastfolga machen!

00:01:21: Also ich habe ja eh schon angekündigt dass ich aus dieser Podcastfolger noch einige mehr machen kann.

00:01:30: Lass mich da aber wie gesagt gerne von euch ein bisschen mehr führen, denn ihr gestaltet es mit.

00:01:40: Wir sind gemeinsame Gestalter dieses Podcastes, denn der heißt nicht umsonst stark ist aus Starken und ihr seid die Starken in Starken.

00:01:54: Ich mache nur diesen Raum hier dafür auf dass ihr Euers hier rein bringt und ich stelle mich so ein bisschen als Medium zur Verfügung also auch zum Beispiel Na, ich wünsche mir so sehr Geschichten hier in unserem Podcast.

00:02:14: Also Geschichten aus dem Leben und ich weiß dass wir im Bereich Beziehung es gibt so viele Beziehungspodcast.

00:02:25: also bringt eure Geschichten mit, bringt eure Erlebnisse mit teilt sie mit der Welt da draußen.

00:02:36: denn Bau hier so ein bisschen theoretisches Wissen zusammen, das was mein kleiner Kopf weiß und was ich so einsamle in unserem IGZ.

00:02:57: Aus der Arbeit die ich jetzt seit neun Jahren mache und schon weit darüber hinaus.

00:03:06: aber ich bin nur eine von vielen Und ihr bringt erst mit euren Erlebnissen das quasi, das Wissen was dann in der Praxis zum Vorschein kommt.

00:03:22: Das ist das was uns gegenseitig stark macht oder miteinander stark macht zu wissen dass man nicht allein ist mit seiner Geschichte, dass es eine von vielen ist.

00:03:34: also wir haben ja hier viele Akteure kennengelernt in unserem Kiez in unserem Sozialraum und vielleicht seid ihr darüber auf uns aufmerksam geworden.

00:03:46: Und wollt darüber eure Geschichten hier reinbringen, euer Leben oder die Themen, die ich hier in den Solo-Folgen reinbringe?

00:03:57: Vielleicht fällt euch jemand ein, einen Nachbar, eine Freundin, ein bekannter eurer Mutter.

00:04:05: Vielleicht haben Lust eure Teenager mal hier zu sprechen über die erste große Liebe.

00:04:13: Oder vielleicht gibt es Menschen da draußen, die schon dreißig Jahre miteinander verbunden sind durchs Leben gehen, vierzig Jahre und mit uns teilen möchten wie sie diese vierzig jahre erlebt haben oder wie halt sich die erste liebe anfühlt.

00:04:37: So, welches Thema habe ich euch heute mitgebracht?

00:04:43: Was hat unter meiner Haut gekribbelt in der letzten Podcast-Folge.

00:04:50: Das war eigentlich schon der Opener nämlich... Ich hab' in der Letzten Folge mit euch über Beziehung gesprochen!

00:05:06: habe ich euch vorgestellt, ich hab euch die Bindungstheorie vorgestellt.

00:05:10: Ich hab euch Virginia und zu vorgestellt – Virginia Satie und zu Johnson!

00:05:17: Wir haben darüber gesprochen warum wir Menschen einander brauchen, warum Beziehung Sicherheit sein kann, warum sie auch ordentlich stressig sein können.

00:05:29: Wir haben übers Miteinander Tanzen gesprochen.

00:05:33: Wir sind darüber gesprochen wie wir uns gegenseitig regulieren dieses Wort Ko-Regulation und über was wir gar nicht gesprochen haben.

00:05:45: Also ich habe die ganze Zeit über Beziehung gesprochen, und dabei habe ich eine Beziehungen nur so ein Stück angerissen.

00:05:54: aber eigentlich habe ich sie wenn ich es genau betrachte fast vollständig ausgelassen.

00:05:59: Nämlich die längste Beziehion die wir in unserem Leben haben.

00:06:05: manchmal so gerne Ratespiele machen und sagen na, wer weiß es?

00:06:10: Wer weiß

00:06:10: es?!

00:06:11: Wer weißes!

00:06:11: Was ist die längste Beziehung, die wir in unserem Leben haben.

00:06:16: Die einzige Beziehungen, die tatsächlich... Na ja ich hab's einem letzten Podcast am Ende gesagt ne vom ersten bis zum letzten Atemzug dauert.

00:06:29: ...die einzige Beziehung an der wir nicht ausziehen können Die Beziehung zu unserem eigenen Körper.

00:06:42: Genau, ich habe von Zuhause gesprochen!

00:06:46: Das Beziehungen ein Haus ist.

00:06:50: Im Yoga spreche ich davon immer unser Körper und unser Tempel Und wir sollten in diesem Tempel und vor diesem Tempel beten.

00:07:02: In paar Beziehungszeichen, in Intimität spreche auch davon Gerade bei den Frauen.

00:07:09: Wir Frauen haben einen Tempel Weil in unserem Körper entsteht das Leben, mit unserem Körper produzieren wir Leben.

00:07:23: Ich sag zum Beispiel gerne ... Mit einem Augenzwinkern zu meinen Kindern!

00:07:31: Wenn sie mir ein bisschen über den Kopf wachsen möchten, wenn sie ein bisschen ausprobieren möchten okay mein Sohn ist mir wirklich schon weit über meinen Kopf gewachsen und dann kann ich aber trotzdem immer von unten nach oben rufen und sagen brauchst du gar nicht so schnippig zu sein.

00:07:49: Dieser große Körper, mein Körper hat dich erschaffen, hat dich gebaut und deswegen hat mal ein guter Freund zu mir gesagt, der hat es benutzt, er hat gesagt die Frau ihr Körper ist ein Tempel und wir Männer sollten vor diesem Tempel beten und um Einlass fragen Oh, das fand ich so schön.

00:08:19: Das fand ich unglaublich berührend!

00:08:22: Also nicht ungefragt in diesem Tempel eintreten sondern vor einem Tempel betet man, zieht sich die Schuhe aus, betet darum ein Lastgewert zu bekommen.

00:08:37: und Körper ist natürlich auch noch mein Lieblingsthema – nicht nur, ne?

00:08:41: Körper ist auch das erste Bild von Gesundheit und Krankheit.

00:08:47: Dabei ist unser Körper noch viel mehr.

00:08:51: Auch hier in unserem Ärztehaus sind wir natürlich viel mit diesem Körper beschäftigt, unsere Ärzten sind viel mit dem Körper beschäftigter Medizin und im Yoga- und allen anderen Sportbereichen.

00:09:14: Da geht es ja auch ganz stark um den Körper.

00:09:20: Ich will letzte Woche euch natürlich viel mit euch geteilt über alles was so mein Steckenpferd ist Beziehungsarchitektur.

00:09:35: Und heute möchte ich auch ganz viel mit Euch, mein anderes Wissen teilen, meinen Körperwissen mit Euch teilen.

00:09:43: Denn einer meiner Lieblingssprüche Mit dem Zitat, ist das ein Zitat?

00:09:52: Weiß ich eigentlich gar nicht.

00:09:54: Sind meine Kinder aufgewachsen nämlich... Was multipliziert sich wenn wir es teilen?

00:10:05: und das ist natürlich die Liebe.

00:10:11: Teilen, Teilen, Teile multipliziert Alles was wir teilen multipliziert.

00:10:15: Das ist nicht eigentlich das einer der schönsten Paradoxen die wir haben Und deswegen möchte ich ganz viel mit euch Teilen hier.

00:10:24: Warum dieser Podcast überhaupt entstanden ist?

00:10:27: Damit wir gemeinsam stark werden!

00:10:31: So, genug Einleitung.

00:10:34: Lasst uns beginnen mit meinem Lieblingsthema, mit meinem weiteren Lieblingsthema nämlich die Beziehung zum eigenem Körper.

00:10:41: also ich möchte mit euch heute nicht nur einen Schritt zurückgehen sondern eigentlich mit euch ein Schritt tiefer gehen Denn ich möchte auch mit euch über Berührung sprechen.

00:10:53: Also, ich wollte eigentlich daraus zwei Folgen machen aber... Ich bin dann gemerkt so ah nein die verweben sich doch eigentlich ziemlich stark hintereinander.

00:11:01: Körper und Berührungen Und das wird heute so ein bisschen der rote Faden oder so der Kern um den wir uns heute bewegen werden.

00:11:10: also Ich fange wie immer an mit Fragen.

00:11:15: also wann Hast du deinen Körper heute zum ersten Mal bewusst wahrgenommen?

00:11:23: Jetzt wirst du vielleicht sagen, mal beim Aufstehen.

00:11:27: Wir sind beim Aufstein eigentlich immer noch so ein bisschen verschlafen und deswegen kann man das immer gar nicht so sagen.

00:11:35: was habe ich heute in meinem Körper eigentlich zum ersten mal bewusst wahr genommen?

00:11:37: manchmal merken wir dann doch erst die Zahnbürste in unserem Mund oder dass wir morgens aufstehen und erstmal auf Toilette gehen.

00:11:44: Vielleicht ist es das erste was wir dann so wahrnehmen.

00:11:50: Also, nicht ... Wann hast du ihn dir angeschaut?

00:11:56: Ich will jetzt nicht wissen.

00:11:57: Denk nicht drüber nach Blick im Spiegel.

00:12:00: Das kennen wir auch alle so.

00:12:02: Wir gucken morgens in den Spülen hin.

00:12:03: Oh mein Gott!

00:12:05: Das war aber heute keine gute Nacht oder ... Aya-yaya... ich glaube, ich sollte mal meine Skincare erinnern.

00:12:14: Sondern wann hast du ihm gespürt und beim spüren Nicht in die Bewertung zu gehen, das ist auch gar nicht so einfach.

00:12:23: Also nicht so oft zumindest sagen, oh mein Körper tut mir weh!

00:12:26: Oh mein Gott bin ich alt geworden!

00:12:29: Sondern wirklich ein wertfreies Spüren.

00:12:34: Vielleicht machen wir es noch ein bisschen einfacher?

00:12:36: Wann spürst du eigentlich oder woran kannst du merken dass du Hunger hast?

00:12:45: und wie viel Zeit liegt zwischen?

00:12:49: Ich habe Hunger und ich esse jetzt Genauso wie mit Müdigkeit.

00:12:59: Wann merkst du, dass du müde bist?

00:13:03: Und wann gehst du dann schlafen?

00:13:09: Also nicht wenn hast du trotz Müdigkeiten noch schnell die Waschmaschine angemacht, drei Mails beantwortet und gedacht ich leg mich gleich hin, sondern ... Wann gehst Du denn... also wann spürst du das?

00:13:23: du sagst wo jetzt muss ich schlaffen gehen?

00:13:27: Da gibt es bestimmt Riesenunterschiede.

00:13:30: Es ist genauso wie mit auf Toilette gehen, also ... Wie oft sagen wir so, oh ich muss auf Toillette.

00:13:35: Aber dann sagen wir auch, ich geh noch kurz telefonieren und ich mach noch kurz das.

00:13:40: Und dann haben wir so krass!

00:13:43: Ich hab heute Morgen schon gedacht, ich muss jetzt auf Toille gehen.

00:13:45: Jetzt haben wir es bis zu vierzehn Uhr.

00:13:48: Also unser Körper sagt jetzt?

00:13:51: Und unser Kalender sagt, maaaah, dreizehnfünfundvierzig wäre besser.

00:13:58: Und schlimm ist das oft oder... Ja, dass so oft unser Kalender gewinnt.

00:14:06: Das Gleiche ist auch mit Urlaub.

00:14:07: also wir haben jetzt gerade Sommerzeit und so viele kennen das.

00:14:15: Dass wir erst am ersten Urlaubstag merken, na ja manchmal sogar auch erst am zweiten und dritten wie erschöpft wir eigentlich sind.

00:14:24: Also Frage Warum werden wir manchmal krank?

00:14:29: Sobald der Stress vorbei ist.

00:14:31: Haben wir schon bei Sicherheit darüber gesprochen?

00:14:35: Warum halten wir den Atem an, wenn wir eine unangenehme Nachricht lesen?

00:14:40: Kennt ihr das?

00:14:41: Spürt mal kurz rein.

00:14:43: So dieses... Auch was Faszinierendes und da werdet ihr auch gleich sagen so Stimmt!

00:14:58: Nämlich Wir ziehen den Bauch ein bevor wir überhaupt wissen dass wir angespannt sind.

00:15:06: Das nächste was fasziniert ist Was ich wirklich sehr sehr fasziniert finde ist nämlich Thema Gänsehaut bei Musik Bei grusel Filmen oder überhaupt so.

00:15:17: Also unser Körper kann manchmal auch wir hören was eklig ist und kriegen Gänsehaut.

00:15:23: also Hä?

00:15:25: Was ist eigentlich, was hat sich der körper bei gänse?

00:15:28: haut gedacht verrückt oder Oder auch Gerüche?

00:15:35: Gerüchen Wahnsinn.

00:15:37: ein geruch kann uns innerhalb von Sekunden in die küche unserer großmutter zurückbringen In unsere kindheit.

00:15:46: Denk mal über einen bestimmten Geruch nach, der sich mit eurer Kindheit verbindet.

00:15:54: Bei mir ist zum Beispiel so ... Ich hab meine zweite Tochter, weil ich in der Schwangerschei-, in der Geburt ziemlich viel Kreislaufprobleme bekommen habe und ich habe im Geburtshaus entbunden wo es nichts gibt.

00:16:09: also meine Hebamme da hat damals gesagt, mach ich ja gesagt was hast du denn dann wenn's mir nicht gut geht?

00:16:15: Und hat sie gesagt Worte!

00:16:19: Und er so passt.

00:16:20: Okay!

00:16:24: Mein Töchter wollte sehr schnell raus in die Welt und ich kam mit dem Beatmen der Wäden gar nicht hinterher, dann hat mir die Hip Amme einen Rosmarinzweig warm gemacht – ich weiß gar nicht mehr wie sie ihn warm gemacht hat – und hat ihnen ein Tuch eingewickelt und mir unter die Nase gehalten.

00:16:48: Bis heute, das ist jetzt schon sehr, sehr viele Jahre her.

00:16:52: Ist Rosmarin für mich einer der schönsten Geröche?

00:16:57: Wenn es mir nicht gut geht... Obwohl Rosmarinen in einer der schmerzhaftesten Momenten mir gegeben worden ist und ich dachte die Wänen bringen mich jeden Moment in die Ohnmacht vor Schmerz hat mich dieser Rosmarinergeruch so geerdet und mich so runtergeholt, dass ich bis heute Rosmarin benutze um mich zu regulieren.

00:17:28: Habt ihr auch sowas?

00:17:30: Kannst du mal empfehlen!

00:17:32: So schön!

00:17:35: Ja... Und es funktioniert übrigens nicht mit künstlichen Rosmarinen.

00:17:39: also kein Duftöl-Rosmarin sondern es muss echter Rosmarine sein.

00:17:43: und ich habe auf meinem Balkon einen RosmarIN.

00:17:48: Ich gehe raus und habe mir ein paar Kommen, nehme einen Rosmarin II, gereibt es an meinen Handgelinken, schnuffelt daran.

00:17:55: Und bin glücklich!

00:17:59: So von mir erzählt... Was haben wir noch?

00:18:04: Wir haben Geruch.

00:18:06: Ah genau das finde ich auch faszinierend.

00:18:09: Warum greifen wir automatisch an unser Schienbein wenn wir gegen den Couch-Tisch gelaufen sind?

00:18:16: Dieses Reiben sofort an der Haut.

00:18:19: Ihr merkt schon.

00:18:20: Deswegen will ich nämlich hin zur Berührung.

00:18:24: Aber auch dieses Berühren, warum legen wir eine Hand auf unserem Brustkorb wenn wir uns erschrecken?

00:18:31: Also dieses Warum halten wir Menschen beim Sterben die Hand?

00:18:38: Warum halten mir zum Beispiel nicht den Fuß?

00:18:41: Warum die

00:18:42: Hand?!

00:18:44: Warum nehmen wir weine Kinder in den Arm und da zum Beispiel keine Hand?

00:18:58: Und warum kann dieselbe Hand auf unsere Haut bedeuten einerseits bleib oder geh weg?

00:19:08: Heute möchte ich mit euch über den Körper sprechen und nicht nur über den Körper, so wie wir vielleicht denken, sondern ich möchte noch über vieles mehr sprechen.

00:19:19: Nämlich über Wahrnehmung, über Medizin, über Nervensysteme, über Yoga – klar!

00:19:29: Über Berührung und am Ende vielleicht auch ein bisschen über Intimität.

00:19:38: Aber fangen wir nicht weich an?

00:19:41: Lasst uns anfangen mit Biologie!

00:19:47: Raum eins, der Körper weiß.

00:19:53: Wir lernen als Kinder – wir haben fünf Sinne Sehen, hören, riechen, schmecken, tasten.

00:20:01: Fertig!

00:20:04: Schön Fünf Sinne passt auf ein Arbeitsblatt.

00:20:10: Nur leider ist unser Körper ein bisschen komplizierter als ein Arbeits blatt aus der dritten Klasse und wir wollen ja starkes ausstarken, also raus aus der Dritten Kasse rein ins Abi!

00:20:25: Denn wir besitzen nämlich viel mehr Sinnessysteme zum Beispiel Gleichgewichtssinn oder – Achtung jetzt kommen körplizierte Wörter Pro-Prio-Ception.

00:20:45: Sehr kompliziertes Wort, ich sage es ganz einfach!

00:20:48: Das ist die Fähigkeit zu wissen wo sich unser Körper im Raum befindet.

00:20:54: Macht mal die Augen zu.

00:20:57: Streck den Arm aus.

00:20:59: Manche kennen das vielleicht von euch bei mir.

00:21:03: Einen Alkoholtest machen und dann berühr mit geschlossenen Augen deine Nase.

00:21:10: Du siehst weder dein Finger noch deine Nase und trotzdem findet dein Finger deiner Nase.

00:21:18: Dein Gehirn führt also permanent ein Art inneres GPS, ohne dass wir Google Maps in unserem Körper haben – kein WLAN, kein Update, also ziemlich zuverlässig!

00:21:30: Dann gibt es Intero-ceptionen.

00:21:37: Das ist vereinfacht gesagt unser Sinn für den inneren Zustand des Körpers.

00:22:12: permanent diese Informationen.

00:22:16: Aber wir sind ja nicht immer gut als Empfänger, also wir spüren zwar sehr früh dass ich irgendwie unruhig werde, dass ich müde werde, das ich hungrig werde... Dass sich Abstand brauche.

00:22:33: Bei Abstand muss ich immer sowas denken.

00:22:34: Kennt ihr das so wenn man an der Kasse steht?

00:22:38: Und man steht so in der Schlange und dann gibt es Menschen, die hinter einem ein bisschen zu nah stehen.

00:22:47: Man dreht sich um und guckt ihn an und sagt, das ist etwas zu nah.

00:22:52: Ich brauche Abstand!

00:22:54: Manche merken das nicht.

00:22:56: Also, manche merkt es wenn der Körper aus dem Flüstern einen Feueralarm gemacht hat.

00:23:05: Und manche Merken noch nicht mal den Feueral arm.

00:23:09: Also, manche können das Flüsten wahrnehmen und andere vielleicht erst den Feueralarm.

00:23:16: Und manche erst wenn sie im Knockout landen.

00:23:20: also Das heißt ein bisschen Spannung Dann kommt der Kopfschmerz dann Schlafprobleme und dann Warum bin ich eigentlich so gereizt?

00:23:37: Vielleicht ist der Körper manchmal gar nicht plötzlich so laut geworden.

00:23:45: Vielleicht haben wir nur sehr lange gut darin trainiert, ihn zu überhören.

00:23:52: Das kennen wir alle oder?

00:23:55: Das kennen auch unsere Ärzte hier!

00:23:57: Sehr, sehr, sehr gut.

00:23:59: Also dieses Überreizen von unseren Signalen... also ich glaube gerade so unser psychatischer Bereich den wir ja haben im ersten Stock.

00:24:18: Ich glaube die können sehr viel davon erzählen, das Überreizen von uns Menschen.

00:24:23: Wir sprechen von Depressionen, Burnout und dann aber auch ... Ich weiß, dass unsere Hausärzte wieviel wir mit Schmerztabletten wegdrücken.

00:24:39: Geht schon nämlich eine Ibo- zwei-, drei.

00:24:43: Dabei will der Körper uns ja ganz klar was sagen.

00:24:46: also er redet ja mit uns.

00:24:51: Und deswegen Also ich persönlich habe ganz doll was gegen diese Ohren.

00:24:59: Ja, es ist auch ganz pragmatisch so dieser moderne Welt, die Sohren, die uns sagen du hast heute schlecht geschlafen.

00:25:10: Du hast heute dich zu wenig bewegt und du hast einen hohen Puls.

00:25:20: Ich denke dabei immer sowas für eine absurde Zeit.

00:25:24: also Wir brauchen eine Uhr, die uns sagt du bist müde?

00:25:29: Während der müde Körper direkt da drunter hängt.

00:25:33: Also wisst ihr was ich meine das ist so hä.

00:25:37: also wir haben technische Geräte perfektioniert um unseren körper zu messen.

00:25:44: verlieren wir dabei nicht eigentlich den zugang ihn zu spüren?

00:25:51: also vielleicht ist die frage also nicht wie gesund sind meine werte sondern Wie gut kann ich mich selbst noch lesen?

00:26:04: Medizinisch betrachtet.

00:26:06: Und da wird es für mich sehr, sehr spannend weil sich Körperwissen nicht auf Yoga bestränkt sondern ein Orthopäde schaut ja nicht nur auf einen Röntgenbild Ein Physiotherapeut schaut ja Wie gehst du, wie sitzt Du?

00:26:27: Wie setzt Du den Fuß auf.

00:26:30: Wie hältst Du Dein Kopf?

00:26:32: Wo weißt Du aus?

00:26:33: Wo schützt Du?

00:26:34: Wo kompensierst Du?

00:26:37: Denn der Körper erzählt nicht mit Setzen, nicht mit Mustern.

00:26:42: Ein hinkender Gang ist eine Information ein flacher Atem ist eine information Immer hochgezogene Schultern ist eine Informationen.

00:26:54: Das ist ein Satz von deinem Körper an dich.

00:26:58: Ein schmerzener Kiefer... ...ist eine Information!

00:27:03: Also unser Körper ist kein stiller Transportcontainer für unseren Kopf, er kommentiert unser Leben permanent.

00:27:13: also wenn uns jemand am meisten voll quasselt dann ist das unser Körper.

00:27:19: Das ist quasi ein ununterbrochendes Radio Wahnsinn und So viel kann eine Uhr gar nicht erzählen, was der Körper entsteht den ganzen Tag von morgens bis abends uns erzählt.

00:27:39: Und deswegen finde ich das auch so wichtig.

00:27:42: also hier unser integriertes Gesundheitszentrum.

00:27:48: Also Menschen kommen nicht hierher Als Knie und sie kommen nicht her als Rücken.

00:27:54: Und sie kommen auch nicht mit als Blutwert oder Diagnosecoats.

00:28:04: Menschen kommen hier zu uns, also ihr kommt hier zu

00:28:07: usw.,

00:28:09: und bringt euer ganzes Leben mit.

00:28:11: Das ist die Idee von unserem Gesundheitszentrum.

00:28:14: Warum dieses wundervolle Land Berlin gesagt hat?

00:28:20: Hört euch noch mal diese Folgen an!

00:28:22: von unserer wundervollen Frau Franzke.

00:28:27: Die hat das auch richtig, richtig toll zusammengefasst genauso wie Herr Bewig und all die anderen unsere Ärzte, unser Rüdiger.

00:28:38: also lohnt sich da noch mal reinzuhören!

00:28:44: Also Menschen bringen ihr ganzes Leben mit sie bringen ihre Arbeit mit, sie bringen ihren Kinder mit Schlaf oder nicht schlafen mit.

00:28:55: Sie bringen ihre Trennungen mit, sie bringen ihre Geldsorgen mit, die Pflege von ihren Angehörigen mit, zu viel Bewegung und zu wenig Bewegung mit.

00:29:09: Zu viel Essen, zu wenig Essen, aber auch vielleicht schlechtes Essen.

00:29:14: Sie bringen ihre Angst mit, ihre Freude mit, ihrer Nähe mit, aber ihre Einsamkeit mit.

00:29:23: Und plötzlich ist die Frage, wo tut's weh?

00:29:28: Hä?!

00:29:29: Das ist dann nur der Anfang.

00:29:32: Denn die viel spannende Frage ist – was passiert gerade in deinem Leben?

00:29:38: Was macht dein Körper daraus?

00:29:40: Katrin, unsere Gynäkologin hat in unserer gemeinsamen Podcast-Folge darüber auch nochmal sehr gesprochen.

00:29:50: Ich gehe jetzt mit euch mal durch den Yoga-Raum!

00:29:59: Yoga ist so ein bisschen der Körper als Lupe.

00:30:09: Denn für mich ist Yoga tatsächlich wie eine Lupe, denn Langsamkeit vergrößert.

00:30:20: Wenn ich langsam durch meinen Körper bewege im Yoga – und das gibt es auch im Tai Chi, im Shigong oder auch das langsame Spazieren, das kennt man vielleicht aus dem Urlaub weil wir dort verlangsamen, wenn wir langsam am Meer spazieren gehen durch den Wald, entschleunigen und das vergrößert.

00:30:51: Und plötzlich merken wir Dinge die nehme ich im Alltag untergehen Ich merke dass sich meinen Unterkiefer presse!

00:31:01: Ich merge dass ich ständig das rechte Bein mehr belaste!

00:31:06: Ich Merke dass ich beim Einatmen die Schultern hochziehe und dass in einer Position bleibe Obwohl mein Körper seit zwanzig Sekunden sagt raus hier.

00:31:19: Und genau das finde ich interessant, also auch wenn ich dann Yoga praktiziere und nicht kann ich tiefer sondern merke ich rechtzeitig wann es genug ist und vielleicht ist das einer der wertvollsten Fähigkeiten überhaupt denn wir überschreiten uns selten nur auf der Yogamatte da sind wir ja ganz achtsam.

00:31:48: Aber wie oft überschreiten wir uns in Beziehungen, im Job bei Verpflichtungen?

00:31:54: Bei Müdigkeit?

00:31:54: Bei Schmerz?

00:31:57: Bei Sexualität?

00:32:00: Beim helfen beim funktionieren?

00:32:05: und deswegen also manchmal lernen Menschen im Yoga etwas das größer ist als jede Haltung nämlich ich darf oder vielleicht sogar Ich muss früher reagieren Nicht erst wenn es weh tut, nicht erst wenn ich ausfalle.

00:32:25: Nicht erst, wenn ich schreihe und das ist das was ich persönlich viel spannender im Yoga finde als den Fuß hinter meinem Kopf zu bekommen.

00:32:36: Darum geht's mir überhaupt nicht.

00:32:38: also auch in meinem yoga unterrichten Ist das ein ganz ganz wichtiges merkmal.

00:32:43: man wird bei mir Ganz selten komplizierte assana dieses ganze Instagram-Yoga überhaupt nicht.

00:32:53: Denn der Fuß hinter meinem Kopf beeindruckt vielleicht drei Leute auf Instagram, aber ... Der Fuß hinter meinen Kopf hat noch nie etwas in meinem Leben verändert.

00:33:13: Noch nie!

00:33:14: Ist das noch nie?

00:33:15: Also ich weiß nicht.

00:33:18: Ich würde gerne mal alle fragen die irgendwie diese, oh guck mal hier, ich kann mich verbiegen wie eine Brezel.

00:33:24: und Wo hilft dir das in deinem Leben?

00:33:28: Wo hilft es dir in deinen Beziehungen, wo hilft es dich in dein Job.

00:33:33: Wo hilftest du dir in den Konflikten mit deinen Teenagerkindern?

00:33:38: Wo hilftest ihr in der Pflege deiner Eltern?

00:33:42: also wozu so?

00:33:45: und dass ist auch das was nie Yoga wollte.

00:33:49: Das hat leider die über Naja, egal.

00:33:58: Nein.

00:33:58: Darüber können wir vielleicht noch mal eine andere Quotgasfolge machen.

00:34:02: Nadine schwippt wieder zurück!

00:34:05: Du schweißt aus.

00:34:06: Ich merke schon wieder wie ein anderer Tapp aufgeht.

00:34:09: Nein den gehen wir nicht, den Tapp schließen wir wieder.

00:34:12: Also Fakt ist es geht darum früher zu merken dass man erschöpft ist und das verändert nämlich das ganze Leben.

00:34:22: also andere Körperkarten.

00:34:28: Es gibt Kulturen und Medizinsysteme, die den Körper nochmal ganz anders lesen.

00:34:34: Also geben wir zum Beispiel mal in die traditionell chinesische Medizin.

00:34:37: Da gibt es ja zum Beispiel das Modell der Meridianer – Leitbaden, Verbindungen, Punkte.

00:34:45: Akkupunktur sagt euch bestimmt auch was!

00:34:47: Die arbeiten damit seit sehr langer Zeit und hier ist es wichtig sauber zu bleiben.

00:34:53: Ein Meridian ist nicht einfach ein anatomisch nachgewiesener Nerv, das ist wichtig, das zu unterscheiden.

00:35:01: Also man kann ihn nicht aufschämen und sagen guck mal da ist er!

00:35:04: Das wäre wissenschaftlich falsch?

00:35:06: Gleichzeitig gibt es für Akupunktur bei bestimmten Schmerzproblemen Hinweise auf Nutzen – und die moderne Forschung versucht zu verstehen was dabei passiert.

00:35:18: Nervensystem, Schmerzwertarbeitung, lokale Gewebereaktionen Erwartung, Kontext, Aufmerksamkeit.

00:35:30: Vielleicht ist das eine schöne Erinnerung?

00:35:32: Der Mensch beobachtet sein Körper schon viel länger als es ein MRT-Gerät gibt und Wissenschaft ist ja nicht dazu da Erfahrung lächerlich zu machen sondern zu prüfen was davon trägt und was nicht.

00:35:47: Und wie könnte es funktionieren?

00:35:51: Wenn unser erster Raum also davon handelt dass wir uns von innen wahrnehmen dann müssen wir jetzt an einen ganz besonderen Ort gehen.

00:36:02: Jetzt kommen wir dahin, wo ich – was ich schon leicht angekündigt hatte – nämlich an die Stelle, an der unser Inneres auf die Welt trifft.

00:36:11: Na?

00:36:13: Was verbindet unser Innen mit dem Außen?

00:36:24: Raum zwei!

00:36:26: Die Haut.

00:36:27: Grenze und Kontakt zugleich.

00:36:31: Warum will ich da hin?

00:36:33: Unsere Haut ist sorry... Ratet mal, wie groß ungefähr bei einem Erwachsenen unsere Haut ist.

00:36:46: Trommelwirbel?

00:36:50: Wie macht man ein Trommelfirbel?

00:36:53: Okay Achtung!

00:36:56: Anderthalb bis zwei Quadratmeter eigentlich zweimal Zweimeter Bett.

00:37:16: Also krass

00:37:18: oder?!

00:37:19: Wo man als Paar und mit seinen zwei drei Kindern zusammen drin liegen kann Krass!

00:37:29: Also, ihr könnt diese zweimal zwei Meter zudecken.

00:37:37: Krass, ne?

00:37:38: Wir können uns mit unserer Haut einen zweimal Quadratmeter... Okay das finde ich jetzt ein bisschen spucke.

00:37:46: Aber es ist spannend also sich dieses Bild einfach mal so vor Augen zu holen.

00:37:52: Also wir laufen quasi ständig mit einer Zweimal-Zweimeter Zudecke umher.

00:37:59: Verrückt Vielleicht mögen wir alle, also ich persönlich mag eine riesengroße Zudecke unglaublich gern.

00:38:05: Ich kann die auch ganz schlecht teilen weil ich mich da drinnen einmal selber einwicke aber verrückt ne?

00:38:10: Also wir laufen eigentlich mit so einer großen Zudekke die ganze Zeit umher und das weitere Faszinierende ist ja dass sie ja ununterbrochen arbeitet.

00:38:20: Also die ist ja nicht nur da wie eine zudecke sondern sie schützt, sie reguliert, sie spürt Sie warnt, sie verbindet.

00:38:29: Also unsere Haut ist quasi gleichzeitig Mauer und Tür.

00:38:34: Sie sagt, hier ist Innen da ist draußen Hier bin ich Da bist du Beziehung Und gleichzeitig ist sie genau diese Grenze.

00:38:46: Oder sagen wir mal so Die Grenze ist unser größtes Kontaktfeld zur Welt Bin ich irgendwie schon fast ein bisschen philosophisch.

00:38:55: Also die Grenze is genau der Ort an dem Begegnungen möglich wird Und ohne Grenze Keine Berührung.

00:39:02: Wow, das ist jetzt wirklich sehr philosophisch!

00:39:05: Okay dann lasst uns mal wieder ein bisschen in die Einfachheit oder ins Haptische kommen.

00:39:10: wir gehen zurück zum Couchtisch Du rennst dagegen und sofort greifst du hin.

00:39:19: Du reibst, du drückst.

00:39:21: Und warum machst du das?

00:39:22: Weil unser Nervensystem Berührungen und Schmerzen nicht völlig getrennt verarbeitet.

00:39:27: Berührungs- und Drucksignale können beeinflussen wie Schmerz weiterverarbeitet wird.

00:39:33: Daher kommt unter anderem die bekannte Gate Control Idee.

00:39:38: Auch wieder hier vereinfacht gesprochen?

00:39:41: Das Nervensystem hat kein einziges Kabel, das Sturr sagt Schmerz acht von zehn.

00:39:47: bitte unverändert nach oben weiterleiten!

00:39:49: Nein es filtert gewichtet vergleicht und deshalb kann Reiben helfen.

00:39:56: Das finde ich so krass großartig Denn du rennst seit deinem dritten Lebensjahr gegen Möbel und betreibst dabei ganz nebenbei Schmerzmodulation.

00:40:10: Ohne Fortbildung, ohne Zertifikat ist doch verrückt!

00:41:05: Also wenn ihr jemand tröstet, macht ihr intuitiv nämlich genau das.

00:41:13: Oder seht ihr euch klopfen mit hundertzwanzig Schlägen pro Minute auf den Rücken?

00:41:20: Nein, das machen wir nicht.

00:41:22: Wir streichen über den Ahrrücken, Haare... Vielleicht ist Trost deshalb auch eine bestimmte Geschwindigkeit.

00:41:40: Verrückt oder?

00:41:45: Ich habe noch ein paar Zahlen für euch!

00:41:51: zur Berührungsintervention veröffentlicht.

00:41:55: Hundertdreißig Studien, fast dreizehntausend Menschen.

00:42:02: untersucht wurden verschiedene Formen von Berührungen und insgesamt zeigt sich positive Effekte unter anderem auf Schmerz Angst und depressive Symptome.

00:42:15: also nur kurz berührung halt nicht alles.

00:42:19: aber Berührung ist physologisch relevant.

00:42:25: Wir haben beim letzten Mal darüber gesprochen, ne?

00:42:27: René Spitz, wir erinnern uns.

00:42:31: Berührungen sind nicht nur mit den Händen sondern auch mit den Augen.

00:42:38: Also Sprache ist auch Berührungs.

00:42:47: Also!

00:42:49: Berühring ist nicht nur nett sie ist auch nicht nur romantisch Sie ist ein Reiz den unser Nervensystem verarbeitet.

00:42:59: Okay, ich habe noch ein kleines Zahlen-Ding.

00:43:06: Es gab mal einen Experiment mit hundert und fünfzig Menschen.

00:43:11: die mussten durch so einen sozialen Stresstest also wie zum Beispiel eine Rede halten oder Kopfrechnen bewertet werden Also das, was wir alles kennen.

00:43:24: Schule, Bewerbungsgespräch, Steuerprüfung – quasi das ist alles gleichzeitig!

00:43:29: Und in dieser Studie gab es unter anderem eine Umarmung durch einen anderen Menschen oder beruhigende Selbstberuhigung also zum Beispiel mit einer Hand auf den Brust- oder Bauch und beide Bedingungen waren mit einer niedrigeren Cortisolantwort verbunden.

00:43:50: Bedingungen, egal ob du fremdberührt wurdest oder in die Selbstberührung gegangen bist.

00:43:57: Du hattest eine niedrigere Cortisol-Ausschüttung.

00:44:03: Ist das nicht spannend?

00:44:05: Weil es zeigt uns ja dass unser Körper sich verändert bevor wir sagen wow ich bin jetzt total entspannt!

00:44:18: Das Nervensystem kann reagieren ohne dass wir daraus sofort eine große emotionale Geschichte machen.

00:44:27: Also, lasst uns mal nochmal vor Augen führen dass diese kleinen Gesten die wir so im Alltag machen das die vielleicht jetzt ein anderes Gewicht bekommen.

00:44:42: Das was wir am Anfang gesagt haben Hand aufs Herz Hände vor's Gesicht Arme verschränken Den Nacken halten den Bauch streichen also wir berühren uns die ganze Zeit selbst.

00:45:03: zum Beispiel Beobachtet mal euch selbst, wenn ihr euch mit den Fingern an den Lippen knibbelt.

00:45:16: Wir wissen ja das Küssen etwas zutiefst beruhigendes Regulieren das hat.

00:45:23: Essen oder das Baby an der Brust der Mutter – das Saugen und das Orale einer der ersten Beruhigungen die wir haben.

00:45:40: Deswegen küssen wir so gerne.

00:45:43: Und deswegen dieses Knibbeln an den Lippen, wenn wir unruh sind.

00:45:50: Also vielleicht halten wir uns öfter mal selbst oder machen das vielleicht auch unbewusst als wir denken und wenden es vielleicht ein bisschen mehr an.

00:46:05: Berührung spielt natürlich in Medizin- und Therapie eine Rolle.

00:46:11: Ihr kennt es?

00:46:13: Zäperre Ärzten tasten ab oder Pflegekräfte, die Waschen.

00:46:20: Hebammen, die Halten.

00:46:23: Orthopäden, die Bewegungen prüfen.

00:46:27: Denn auch diese Berührungen sind ja Informationen für die Ärzte.

00:46:34: Manchmal ist es sogar dann die Behandlung.

00:46:40: und besonders interessant ist es wenn Menschen krank werden denn Krankheiten kann ein Körper plötzlich vom Vertrauten zu Hause in ein fremdes Gelände verwandeln.

00:46:53: Auf einmal wird untersucht, angefasst gemessen, punktiert, operiert verbunden und deswegen ist zum Beispiel auch dort die Qualität von Berührungen im medizinischen Kontext unglaublich wichtig.

00:47:07: Also unsere Marika kann darüber ganz viel erzählen.

00:47:15: sie hat so viele Jahre Erfahrung im Krankenhaus genauso wie auch Anna Online.

00:47:25: MFA, unsere online Case Managerin hat so viel Lehrer als MFA gearbeitet.

00:47:30: Und gerade hier bei uns im Haus ist sie durch alle möglichen Praxen durch und Sie könnte euch darüber ganz, ganz viel erzählen wie die Menschen das gar nicht mitbekommen, wie sehr sie auf Berührung achtet wenn sie Blut abnimmt.

00:47:48: Das einfach nicht nur Blutabnehmen da passiert eine ganze Menge drumherum denn Menschen, die mit Menschen arbeiten wissen dass dieser Körper nicht einfach nur so ein Untersuchungsobjekt ist sondern das da drin jemand lebt.

00:48:06: Und deswegen lasst uns zu unserem dritten und letzten Raum kommen der Berührung ist nicht nur eine mechanische Reiz er hat auch eine Bedeutung und Bedeitung entsteht in Beziehung.

00:48:20: Denn was ich schon angekündigt habe Ich möchte auch gerne mit euch bei den Raumen Intimität berühren.

00:48:30: Denn bei Intimität denken vielleicht sofort sehr, sehr viele bestimmt an Sexualität.

00:48:38: aber Sexualität und Intimitet da liegt nicht nur für mich als Partherapeutin sondern bestimmt auch für ganz viele andere Menschen ein sehr großer Unterschied denn Intimität ist viel, viel größer und vielleicht auch ganz anders.

00:48:59: Denn Intimität ist – Achtung!

00:49:03: Eine Tochter, die die Hände ihrer alten Mutter einkrämt.

00:49:09: Ein Vater der sein eingeschlafenes Kindchen ans Bett bringt.

00:49:14: Eine Freundin, die dir die Haare zurückhält wenn du dich übergibst.

00:49:38: Und nehmt mal in Team und macht mal in team auseinander.

00:49:46: Und macht mal aus dem Team ein Team, T E A M. Witzig oder?

00:49:55: In Team ist.

00:49:57: in Team sein also ein Team sein.

00:50:01: Ich bin mit den anderen Menschen verbunden.

00:50:06: Das ist für mich deswegen nicht mehr so draufgekommen.

00:50:09: das ist die Verbundenheit Zum Beispiel, wenn ein Paar einfach nur schweigend nebeneinander liegt.

00:50:24: Das kann viel intimer sein als sexuell miteinander verbunden zu sein oder in die Sexualität zu gehen.

00:50:36: Oder auch für mich ein sehr sehr intimes Bild was mich auch mal sehr stark berührt Wenn ich Menschen sehe Die am Sterbebett eine Hand halten Partner nach einer Operation, ihrem Partner über den Kopf streichen.

00:50:58: Das ist für mich Intimität.

00:51:02: Also vielleicht bedeutet Intimitet nicht zuerst wie viel Haut sieht man?

00:51:08: Was ist besonders sexy?

00:51:09: Sondern wie verletzlich darf ich in deiner Gegenwart sein?

00:51:15: Das ist die höchste Form von Intimität.

00:51:18: Das finde ich viel interessanter!

00:51:22: Und jetzt kommt nämlich eine schwierige Seite, denn Berührung kann zwar Trost sein.

00:51:30: Aber Berührungen kann auch Übergriff sein.

00:51:33: Also eine Hand auf dem Rücken kann natürlich bedeutend nicht halte dich oder ich nehme mir gerade das Recht deinen Körper zu drücken oder zu erniedrigen und dann genehm zu berühren.

00:51:49: Eine Umarmung kann eine Sicherheit sein.

00:51:51: Das kann aber auch eine Gefangenschaft sein!

00:51:54: Ein Kuss kann Liebe sein oder etwas, das ich gerade eben nicht will.

00:52:00: Und deshalb ist Berührung niemals nur die Frage was mache ich sondern wie kommt es beim anderen an?

00:52:07: Wer wann wo wie in welchem Verhältnis mit welchem Einverständnis?

00:52:13: und vor allem kann ich nein sagen ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.

00:52:20: Das ist der Punkt an dem Berührungen und Grenzen untrennbar werden.

00:52:26: Und vielleicht ist genau deshalb dieser Satz wichtig, den man vielleicht sich nochmal so dreimal auf der Zungezehe gehen lassen kann.

00:52:41: Gut gemeinte Berührung ist nicht automatisch eine gute Berührungen.

00:52:47: Ich sage es noch mal.

00:52:56: Komm her, kann für einen Menschen Wohltun sein und für einen anderen Nein.

00:53:02: Zu viel zu nahe, zu schnell falscher Mensch, falscher Moment.

00:53:07: Also beides darf existieren.

00:53:09: Denn noch mal ne echte Nähe braucht nicht unbedingt körperlichen Kontakt Sie braucht viel mehr die Zustimmung.

00:53:25: Und deswegen kommt jetzt ein Gedanke den ich persönlich sehr wunderschön finde Wenn ich einen Menschen berühre, zum Beispiel auch im Yoga da sprechen wir nämlich von Hands on.

00:53:39: Da werde ich gleichzeitig auch berührt also physikalisch ganz banal.

00:53:45: meine Hand liegt auf dem Rücken.

00:53:48: zum Beispiel der Mensch liegt gerade auf den Bauch hat eine schwierige Assana hinter sich gebracht und ich leg meine Hand auf den Rücken und atme.

00:54:02: Und wenn meine Hand auf deiner Haut liegt, dann liegt der deine Haut auf meiner Hand.

00:54:10: Also ich kann nicht berühren ohne selbst berührt zu werden und vielleicht gilt das auch emotional.

00:54:19: Manche Menschen berühren uns nur kurz und sind wieder weg.

00:54:23: andere sagen einen Satz und wir tragen den zwanzig Jahre in uns manchmal im Guten, manchmal im Schmerz.

00:54:33: Ich glaube an dich!

00:54:34: kann zwanzig Jahre bleiben, aber auch du bist zu viel oder stell dich nicht so an.

00:54:41: Oder so wie du bist wird dich keiner lieben.

00:54:47: Auch setze können und da die Haut kommen.

00:54:54: Und vielleicht ist genau das der Moment, an dem wir wieder bei unserem eigenen Körper landen sollten denn zwischen all diesen Berührungen leben wir unser ganzes Leben in einem einzigen Körper Und erstaunlich oft ist genau dieser Körper der Mensch, in dem wir oder mit dem wir am härtesten umgehen.

00:55:15: Zu dick zu dünn zu weich zu alt zu faltig zu wenig Heure zu viel Bauch zu wenig Muskeln zu müde nicht attraktiv genug nicht leistungsfähig genug.

00:55:28: Also wir sprechen manchmal über unseren körper in einer art in der wir niemals über unserem besten freundsprechen würden Und dieser Körper steht aber jeden Morgen wieder mit uns auf und dieser Körper trägt uns durch den Tag.

00:55:45: Also, vielleicht sollten wir nicht auf die toxischen Beziehungen um uns herum zu sehr schauen sondern vielleicht sollten we erst mal schauen ob wir in einer ziemlich toxischen beziehung mit uns selbst stecken weil wir uns ständig kritisieren.

00:56:06: dabei trägt er uns.

00:56:07: Aber nein, wir ignorieren.

00:56:10: Er kompensiert aber wir überschreiten.

00:56:14: Er macht weiter bis er manchmal nicht mehr kann und dann schelten wir auch noch mit ihm oder?

00:56:19: Dann schimpfen wir auch mal mit ihm!

00:56:22: Also das bedeutet zwar nicht dass unsere Krankheiten selbst gemacht sind – das wäre ein gefährlicher Unsinn – aber die Beziehung zu unserem Körper ist eben nun doch eine Beziehungen.

00:56:39: Und so wie wir uns das wünschen in unseren Beziehungen mit unseren Herzensmenschen, dass die fürsorglich mit uns umgehen.

00:56:47: Ja!

00:56:48: Dann sollten wir doch mal bei uns selbst anfangen oder?

00:56:52: Wie fürsorglig bist du in der Beziehung mit deinem Körper?

00:57:00: Sag mal... Oder wie krass bist Du geprägt von Kontrolleabwertung und Überforderung?

00:57:10: Also Vielleicht liegst du heute irgendwann einmal eine Hand auf dein Körper und nicht so als Übung oder irgendwie so spirituell, oder so.

00:57:22: Oder nicht weil der Podcast dir das hier gerade sagt sondern einfach nur mal so als Neugier auf dem Brustkorb Und dann bemerk einmal etwas Seltsames.

00:57:50: Du bist gleichzeitig der Mensch, der berührt.

00:58:01: Vielleicht ist das die intimste Beziehung unseres Lebens?

00:58:07: Dann stell dir mal vor, dass dieser Körper was der schon alles mit dir erlebt hat.

00:58:18: Dein Körper hat mit dir zusammen den ersten Schultag erlebt!

00:58:24: Deinen ersten Liebeskummer, deinen ersten Kuss, Nächte mit Fieber Prüfungen Streit Mein erster Zeck.

00:58:40: Geburt, Krankheit Urlaub Beerdigungen Lachen bis der Bauch wehtat Heulen bis keine Träne mehr kommt Operationen Schwangerschaften viele geburten Verletzungen Vielleicht Zeiten an denen man ihn geliebt hat Und Zeiten in denen man ihnen an Liebsten eingetauscht hätte.

00:59:05: und trotzdem Er war immer da bei jedem einzelnen Tag.

00:59:12: Vielleicht ist der Körper nicht unser schönstes Zuhause, nicht immer unser bequemstes Zuhausen.

00:59:20: Manchmal ist er krank, manchmal tut er weh, manchmal verändert er sich auf eine Art die wir vielleicht nicht so wollen aber er isst unser einziges Zuhauser und vielleicht verdient dieses zu Hause mehr als Bewertung, vielleicht verdiente Beziehung.

00:59:38: Vielleicht könnten wir uns deshalb einmal eine andere Frage stellen.

00:59:42: Nicht, wie sieht mein Körper aus?

00:59:46: Sondern... Wie geht es meinem Körper mit mir?

00:59:52: Hey, Körper!

00:59:53: Wie geht's denn dir eigentlich mit

00:59:54: mir?!

00:59:56: Das ist nämlich ne ganz andere Frage!

01:00:00: Hey, wie red ich ihn mit dir?

01:00:03: Wie handel ich dich?

01:00:06: Wie oft hör' ich den dir eigentlich zu?

01:00:10: Wie oft übergehe ich dich eigentlich?

01:00:15: Wie oft gebe ich dir Ruhe, die du eigentlich verdient hast.

01:00:22: Wie oft darf dein Körper eigentlich Lust haben und wie oft erlaubst du deinem Körper eigentlich dass er keine Lust hat und du folgst ihm?

01:00:32: oder wie oft darf er eigentlich langsam sein wenn er langsam sein möchte.

01:00:38: Und wie oft sagst du zu ihm Reiß dich zusammen!

01:00:44: Also Vielleicht beginnt Beziehung also gar nicht erst zwischen zwei Menschen, sondern sie beginnt unter unserer eigenen Haut.

01:00:53: Mit Wahrnehmen mit Spüren mit Berühren.

01:00:56: und vielleicht ist unser Körper nicht das Fahrzeug dass unseren Kopf durchs Leben transportiert Sondern vielleicht ist er nicht das Projekt dass wir bis zum Tod optimieren müssen.

01:01:08: stimmt das möchte ich nochmal ganz explizit sagen.

01:01:12: Es ist nicht einfach irgendein Projekt, was wir bis zum Tod optimieren müssen.

01:01:17: Also... Ach nein, da gehe ich jetzt nicht rein an diesen ganzen Schönheitsidealen und wie wir unseren Körper verstömmeln!

01:01:28: Also unser Körper ist unser erstes Zuhause Und vielleicht ist die Gesundheit auch die Frage Wie möchte ich in diesem Zuhaused leben?

01:01:41: Solange ich hier bin Denn Gesundheit beginnt in.

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