#35 - Gesundheit beginnt mit Beziehung

Shownotes

Warum andere Menschen mehr mit unserer Gesundheit zu tun haben, als wir denken

Warum beruhigt uns die Stimme eines bestimmten Menschen – während bei einem anderen schon der Schlüssel in der Haustür reicht, damit unser Körper in Alarmbereitschaft geht?

Wir Menschen sind nicht dafür gemacht, alles allein zu tragen. Von unseren ersten Lebenstagen an brauchen wir Beziehung, um Sicherheit zu erfahren, uns zu regulieren und zu entwickeln. Und daran ändert sich erstaunlich wenig, nur weil wir irgendwann erwachsen werden.

In dieser Folge geht es um Bindung und Nervensystem, um René Spitz, Bowlby, Virginia Satir und Sue Johnson – aber vor allem um uns. Um die unsichtbaren Untertitel unserer Gespräche, die Tänze, die wir miteinander aufführen, und die Frage, warum manche Beziehungen uns tragen, während wir uns von anderen regelmäßig erholen müssen.

Denn vielleicht sollten wir neben Schlaf, Bewegung und Ernährung noch etwas anderes überprüfen:

Wie gesund sind eigentlich meine Beziehungen?

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Der Podcast Kiezgeflüster – Starkes aus Staaken ist ein Projekt des
IGZ NestWerk-Staaken und wird gefördert aus Mitteln des
„Landesprogramms Integrierte Gesundheitszentren“
der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege.

Transkript anzeigen

00:00:03: Willkommen bei Starkes aus Starken.

00:00:06: Dieser Podcast ist für alle die mitten im Chaos weiteratmen, für alle, die sich was trauen, obwohl sie Angst haben.

00:00:15: Wir reden über Wege, die es offiziell nicht gibt und über Kraftquellen, die man nur findet wenn man wirklich hinschaut – im Körper, im Inneren und im Miteinander.

00:00:28: Starkes Ausstarken!

00:00:30: Echt roh und berührend.

00:00:34: Herzlich willkommen zu unserer nächsten Podcastfolge, Solo-Podcastfolge die ich euch heute mitgebracht habe.

00:00:43: Wir haben uns vor zwei Folgen über das Thema Sicherheit unterhalten.

00:00:49: Ich hatte euch dann ein Gast mitgebracht den Benjamin der mit euch über Finanzen gesprochen hat und an Sicherheit finde.

00:01:04: Sehr, sehr gut.

00:01:04: Das nächste Thema Beziehung – nicht nur das ist natürlich als Paar- und Familientherapeutin mein Lieblingsthema ist und ich mit euch paar dreißig Podcastfolgen aufnehmen könnte!

00:01:21: Ich finde, dass Sicherheit und Beziehungen auch sehr, sehr nah beieinander liegen.

00:01:27: Es könnte sein, dass wir vielleicht heute ein paar Wiederholungen drin haben werden Aber Wiederholungen sind super, denn die verschaffen uns auch wieder Sicherheit.

00:01:38: Also lasst uns heute mal eintauchen in das riesengroße bunte Puzzle oder in diese große Landschaft- oder Landkartebeziehung und das ist übrigens wirklich... also das ist noch größer als unsere Weltkugel im Verstehen und in dieser Vielfältigkeit.

00:02:07: Ich habe versucht, es ein bisschen zu komprimieren und euch so für mich die wichtigsten Hard Facts mitzubringen.

00:02:21: Ich bin gespannt auf euer Feedback und ich bin vor allen Dingen auch sehr gespannt auf eure weiterführenden Fragen dazu, sodass ich anhand eurer Rückmeldungen noch weitere Folgen dazu machen kann.

00:02:39: Denn man kann wirklich viele Einzelfolgen machen aber dafür brauche ich euer Feedback, eure Rückmeltungen und eure Fragen!

00:02:54: Also das ist ja der Podcast.

00:02:56: Starkes aus starken, alles um das Thema Gesundheit und deswegen kann ich auch hier sagen Gesundheit beginnt mit Beziehung.

00:03:08: Ich werfe euch erstmal eine ganze Menge Fragen rein.

00:03:13: Frage eins Das kennen wir.

00:03:16: Warum beruhigen uns Stimmen eines bestimmten Menschen?

00:03:21: Ich finde dass es schon mal ein guter Starter weil Stimme, also ihr wisst ja auch dass ich auch Jugallehrerin bin und da ist die Stimme der wenn nicht sagen würde fast der achtzigprozentige Anteil der eigentlich so eine Yoga Klasse trägt.

00:03:44: Wir kennen das auch vielleicht sogar hier von einem Podcast zu hören oder wenn wir Geschichten zuhören oder was ich auch als Filmliebhaberin immer wieder auffällig finde, wenn Synchronstimmen geändert werden.

00:04:03: Also da haben wir das auch so, dass bestimmte Stimmen da mit uns daran gewöhnt und diese Stimme macht was mit uns die ist bekannt, die kennen wir.

00:04:13: und wenn sie dann auf einmal die Stimme ändern, die Synchron-Stimme ändern es ist so irritierend und verändert komplett die Figur, die dort im Film präsentiert wird.

00:04:28: Die nächste Frage wäre, das kennen wir auch alle neben Menschen einschlafen.

00:04:36: Bei manchen Menschen können wir schon einschlarven einfach nur durch die Anwesenheit und nicht weil der Mensch besonders langweilig ist sondern weil wir uns einfach so unfassbar wohlfühlen.

00:04:46: es ist so man kennt es so dass vielleicht kennt ihr das alle dieses dieser Moment wenn sich der Kopf auf die Brust des Herzensmenschen legt oder man sich so an den Rücken ran kuschelt.

00:05:01: Oder auch selbst wenn die Kinder bei uns im Bett schlafen, dann deren beruhigende Atem und wir schlaffen sofort mit ein.

00:05:11: Wir können uns so richtig tief reinfallen lassen.

00:05:15: In das rum gibt es das natürlich auch ne?

00:05:16: Also wir können neben Menschen liegen und können einfach die ganze Nacht gar nicht schlaven.

00:05:21: also warum ist das so?

00:05:23: Weiter geht es auch mit einem Blick.

00:05:26: Wir kennen das, ne?

00:05:27: So ein einziger Blick von unserem Partner-Partnerin kann innerhalb von Sekunden unseren Puls ändern!

00:05:35: Das Gleiche ist auch wenn wir Sätze von so Menschen bekommen die wir ganz doll lieben, die uns manchmal so richtig doll wehtun und wenn uns der gleiche Satz begegnet von irgendeinem Fremden macht er gar nichts mit uns.

00:05:52: Genauso wie wir aber auch unseren Freundinnen oder Freunden dieselbe Geschichte zum fünften Mal erzählen können, obwohl sie längst kennt und wir können sie trotzdem weiter und weiter erzählen.

00:06:09: Warum ist das so?

00:06:10: Und was ich auch z.B.

00:06:12: sehr bezeichnet finde und was wir alle kennen... Oh mein Gott!

00:06:20: Liebes Kummer, warum ist Liebeskummer körperlich so spürbar?

00:06:30: als hätten wir die schlimmste Grippe, als wären wir mit allen Knochenbrüchen konfrontiert worden.

00:06:43: Als würden unsere Bauchorgane rauskommen?

00:06:46: Wir kennen das so!

00:06:48: Das geht bis in die Übelkeit rein.

00:06:51: Es ist ein richtig körperlicher Schmerz.

00:06:54: Und das Gleiche auch mit Einsamkeit.

00:06:56: Also Einsamigkeit kann so weh tun, obwohl uns ja niemand anfasst.

00:07:02: und die nächste Faszination, die mir auch immer wieder begegnet in meiner Arbeit und die wir alle kennen Wir können mit Hunderten von Menschen auf einer Party oder auf einer Familienfeier Teilweise so auf unseren eigenen Geburtstag.

00:07:27: Wir können mit ganz vielen Herzensmenschen zusammen in einem Raum sein und wir können uns dabei vollkommen allein fühlen.

00:07:37: Und so kennen wir das auch.

00:07:40: weiterführend, dass wir in Beziehungen sind wo wir eigentlich schon so lange wissen, dass die Beziehung uns gar nicht gut tut und dass wir trotzdem da drin bleiben ist doch faszinierend.

00:07:56: Warum machen wir das?

00:07:58: Und also auch diese Faszination in Beziehung, das kennen auch alle dieses ein Mensch zieht sich zurück wenn es emotional wird und dass daraufhin der andere Mensch dann noch näher kommt.

00:08:20: Also einer zieht Saugt sich da, wie so ein Magnetzel dreht sich so um und dann ... Und das ist die Faszination, die es überall gibt.

00:08:34: Und jeder kennt genauso die Angst vor Ablehnung.

00:08:38: Kennen wir alle!

00:08:42: Das kennen wir auf so vielen Ebenen.

00:08:45: Also wir kennen das wenn wir einen Vortritt, das kennen wir schon aus der Schule ne?

00:08:48: Ein Vortrag zu machen Oh mein Gott, was ist wenn irgendein das Doh findet oder es kennt mir schon?

00:08:53: Das der frühsten Teenagerzeit.

00:08:55: Warum auf einmal das so losgeht mit dem, was hat die an diese Zugehörigkeit und was wir auch alle kennen?

00:09:07: Wir können mit jemandem uns fünfzehn Jahre also bei Paaren kennt man's natürlich dass sie sich seit fünftien Jahren immer wieder um den selben Streit drehen, also dass die immer wieder diesen selben Streit führen.

00:09:23: Vielleicht jedes Mal mit einem anderen Anlass aber woop-woop sie gehen immer wieder durch die gleiche Schleife.

00:09:33: Genauso wie so Sätze!

00:09:37: Es gibt so Sätzen wie zum Beispiel mach doch was du willst und unser Körper weiß in dieser Sekunde sofort das war keine Erlaubnis oder?

00:09:52: Das weiß jeder.

00:09:56: Die schönen Sachen zum Beispiel sind auch, warum kann so eine Hand auf unserem Rücken oder so eine Umarmung?

00:10:06: Dass die tausendmal tiefer wirkt als zwanzig gut gemeinte Ratschläge.

00:10:16: Und so ist es auch mit Babys und ja nicht nur Babies.

00:10:24: Also Babys brauchen andere Menschen um sich zu beruhigen Auch, das ist vielleicht so fast logisch.

00:10:31: Aber wir kommen noch mal dahin, dass es eigentlich gar nicht so logisch ist oder warum es eigentlich logisch is'.

00:10:39: Aber vielleicht habt ihr euch auch schon gefragt, warum es dann auch wiederum egal ist ob wir dreißig sind, vierzig sind, fünfzig, sechszig, siebzig... Es ist egal welches Alter wir haben, dass wir immer jemandem brauchen der sagt hey ich bin da wie gut es tut.

00:10:59: Also wir brauchen Menschen, die sich nach Zuhause anfühlen.

00:11:04: Wir brauchen keine Menschen und das kennen wir auch... ...die sich nach Alarmenlage anfühle.

00:11:13: Also deswegen vielleicht eine unbequeme Frage Was wäre wenn Beziehung nicht nur etwas mit Liebe zu tun hat?

00:11:27: Wenn ich euch sage, dass Menschen dazu beitragen können, dass dein Körper weich wird und das auch ein anderer Mensch dazu beittragen kann.

00:11:49: Dass dein Körper jahrelang wacher hält und dadurch krank werden könnte.

00:11:56: Wenn wir über Gesundheit sprechen, sprechen wir ja meist über Ernährung Bewegungen Schlaf Blutdruck Cholesterinen, Vorsorge.

00:12:06: Wir haben Smartwatches die unsere Schritte zählen.

00:12:11: Die können unseren Tiefschlaf analysieren wir können grünes Moosies trinken.

00:12:17: aber eine Frage die wir uns erstaunlich selten stellen ist mit wem verbringe ich eigentlich mein Leben und was macht mein Körper wenn dieser Mensch den Raum betritt?

00:12:32: Denn vielleicht ist die Qualität unserer Beziehung nicht nur eine Frage unseres Glücks.

00:12:38: Vielleicht ist sie auch eine Frage unserer Gesundheit und darüber möchte ich heute mit euch sprechen, nämlich über Gesundheitsversusbeziehung!

00:12:53: Und ich sage Gesundheit hat wahnsinnig viel Mitbeziehungen zu tun oder Beziehungen kann Wahnsinnig Viel was mit unserer Gesundigkeit zu tun.

00:13:03: Bevor wir über Liebe sprechen, möchte ich mit euch etwas besprechen was definitiv nicht romantisch ist wenn nicht sogar schmerzhaft.

00:13:14: Also ich habe... Ich wurde mit dieser Geschichte konfrontiert in meiner Studienzeit als Sozialpädagogin und diese Geschichte hat quasi das Fundament gelegt für meinen komplett Weg bis heute.

00:13:34: Die hat mich so tief berührt und sie ist einer der tragendsten, wichtigsten Säulen – wenn nicht sogar der Hauptstein für mein Fundament!

00:13:52: Und zwar reden wir über den Mann, der heißt René Spitz.

00:13:59: Wir reden über Säuglinge.

00:14:03: René Spitz beobachtete in der Jahre, ja, aus dem Jahr... ...Säuglinge in Einrichtungen wie Heimen.

00:14:14: Früher gab es dann sehr viele Heime.

00:14:19: Wir hatten den Krieg und es gab natürlich viele Säuglinge weil es natürlich viele Menschen gab die im Krieg gestorben sind oder Frauen, die ihre Babys abgeben mussten.

00:14:34: Weil natürlich die Männer nicht da waren oder weil sie schon genug Kinder hatten.

00:14:37: Egal das ist eine andere Geschichte aber es gab auf jeden Fall sehr viele Säuglingseinrichtungen und was er dort sah war für ihn super erschütternd auch für mich und vielleicht für euch auch gleich denn er beobachtete Kinder die einerseits eine super Versorgung bekommen haben.

00:15:05: Also sie haben Nahrung bekommen, sie hatten Betten Es gab die beste Hygiene Sie wurden medizinisch betreut.

00:15:14: Auf dem Papier war quasi alles da was ein Körper braucht zu überleben und trotzdem geschah etwas seltsames.

00:15:22: das so um den achten Lebensmonat teilweise früher teilweise später aber in diesem Zeitraum Dass die Kinder, also dass manche Kinder sich weiterentwickelten und alles war super.

00:15:37: Alles so wie wir das kennen, dass die Kinder sich weiterhin entwickeln.

00:15:40: Und dann gab es aber auch Kinder, die sich zurückzogen.

00:15:45: sie verloren auf einmal Gewicht ihre Entwicklung verlangsamte Sicht teilweise dramatisch Sie wurden apathisch sie wurden anfälliger für Krankheiten und tatsächlich starben auch viele dieser Kinder.

00:16:03: Und er fragte sich, warum ist das?

00:16:05: Sie kriegen ja alle dasselbe!

00:16:07: Sie bekommen ja alle Betten, Hygiene, Nahrung, medizinische Betreuung... sie hatten alles was sie bekommen.

00:16:15: und dann filmte er diese Betreuungen der Kinder und stellte fest, dass manche Krankenschwestern beim Füttern mit den Kindern gesprochen haben, dass sie mit ihnen geredet haben.

00:16:37: Dass Sie angeguckt haben, das sie mit Ihnen in Kommunikation gegangen sind und diese Kinder die die Kommunikationsbekommen haben, die die Berührung bekommen haben nicht nur in der Versorgung sondern mal hier einstreichen Mal hier ein vielleicht zwei drei Minuten länger auf dem Arm haben Vielleicht Lächeln, also Verbindung.

00:17:10: Da sind wir schon bei Bindung.

00:17:12: die Kinder haben sich weiterentwickelt und die mit denen nicht gesprochen wurde, die einfach nur so grundversorgt wurden.

00:17:19: Die haben sich zurückentwickeln.

00:17:25: Faszinierend oder?

00:17:27: Also Fazit Versorgung allein reicht nicht aus.

00:17:36: ein Kind braucht Nicht nur etwas ein Kind braucht jemanden, einen Mensch braucht jemandem.

00:17:44: Menschen reagieren!

00:17:46: Sie reagieren auf ein Gesicht, auf eine Stimme, auf Berührung... Auf eine Antwort auf Wiederholungen und Verlässlichkeit.

00:17:58: Jemand für den dieses Eine-Kind nicht nur ein Bett einer Nummer sieben ist sondern ein Du.

00:18:07: Und ich finde das darf man einen Moment wirken lassen.

00:18:12: Wir reden hier nicht nur über ein bisschen kuscheln, wir reden über Entwicklung.

00:18:17: Wir reden über Wachstum und Regulationen und Leben.

00:18:22: Wir sprechen über Beziehung – also sich aufeinander zu beziehen.

00:18:29: Ergo-Beziehung ist für einen Menschen am Anfang seines Lebens kein Bonusprogramm.

00:18:34: Es gehört quasi zum Überleben dazu.

00:18:37: Es gehört zu seinem Entwicklungsbedingungen.

00:18:40: Und damit entsteht natürlich sofort die nächste Frage.

00:18:43: Warum?

00:18:44: Warum ist die Anwesenheit eines anderes Menschen für uns überhaupt zu elementar?

00:18:50: und deswegen will ich euch den nächsten Menschen vorstellen, John Bolby.

00:19:11: Oder seine Forschung fußt quasi dann auf René Spitz, also das war quasi ein Schlagabtausch.

00:19:20: Seine zentrale Idee lässt nämlich sich ganz erstaunlich einfach ausdrücken – Ein Mensch besitzt einen Bindungssystem und dieses System dient der Sicherheit.

00:19:32: erstmal so hartfekt Denn brechen wir es auf das Einfaste runter!

00:19:38: Ein Baby kann nicht weglaufen Es kann kein Notruf wählen, es kann nicht sagen.

00:19:43: Entschuldigung!

00:19:45: Mein Stresslevel ist gerade etwas erhöht.

00:19:47: Könntest du mir bitte eine emotionale Regulation geben und könntest du mich damit bitte unterstützen?

00:19:55: Nein... Ein Baby besitzt ein übrigens viel effektiveres System.

00:20:03: Es schreit.

00:20:05: Und zwar so dass du garantiert nicht denkst... Das schau ich mir mal morgens an.

00:20:13: Evolutionär ist das eigentlich richtig, richtig clever!

00:20:18: Das Kind ruft jemand kommt nimmt es hoch spricht wiegt hält und dann verändert sich etwas der Atem die Muskelspannung Die Erregung Der Blick Und vielleicht schläft das Kind irgendwann ein.

00:20:39: und jetzt passiert etwas Entscheidendes.

00:20:41: Dieses Kind lernt Sicherheit zunächst nicht als Gedanken.

00:20:46: Es erlebt Sicherheit über einen anderen Menschen, überhaupt Stimme Geruch Wärme Rhythmus Wiederholungen.

00:20:58: Also bevor wir selbst Regulation lernen erleben wir Regulation gemeinsam mit jemand anderem.

00:21:06: Das nennen wir Co-Regulation.

00:21:08: das habt ihr vielleicht.

00:21:09: also bei Social Media geht es jetzt schon eine ganze Weile rum, was ich wunderbar finde.

00:21:16: Weil noch vor ein paar Jahren war Korrigulation gar nicht so ein bewährter Begriff.

00:21:23: aber Korrigulation könnt ihr euch wirklich merken das ist wirklich... Das ist elementar und vielleicht räumt dieser einen Satz schon mit einem großen Mythos mit einer der größten Mythen unserer Zeit auf, nämlich – und das habe ich schon als Sozialpädagoge nicht gemacht.

00:21:48: Ich muss lernen alles alleine zu können.

00:21:52: Kinder müssen allein lernen einzuschlafen!

00:21:55: Ich muss allein gut klacken.

00:21:58: Oh ihr glaubt gar nicht wie lange mich das wirklich schon... unter meiner Haut brennt und wie es mir meine Haare hochstehen lässt.

00:22:10: Wenn ich all diese Oppos Instagram, Social-Media setze Kalendersprüche Du musst lernen allein zu sein Und auch dieses ganze selbstliebe Konzept wo ich mitgehe was aber irgendwie in eine ganz falsche Richtung gegangen ist Lerne erstmal mit dir alleine gut klarzukommen.

00:22:32: Bist du bereit für eine Beziehung?

00:22:36: Stimmt nur einen ganz kleinen.

00:22:39: Nein, also ich sage ganz knallhart nein ja wir können auch so ein bisschen noch.

00:22:44: das gibt es auch ein bisschen grau noch dazwischen.

00:22:46: Ja können wir ein anderes Thema oder andere Podcastfolge draus machen aber erstmal sage Ich allein sein können und dass man das muss.

00:23:01: No, no, in allen Sprachen.

00:23:03: Nein!

00:23:04: Selbstregulation ist wichtig.

00:23:07: Ja, kommen wir auch dazu?

00:23:10: Natürlich aber hard fact.

00:23:14: der Mensch war nie dafür gebaut ausschließlich sich selbst zu brauchen.

00:23:20: Wir sind soziale Säugetiere.

00:23:23: über einen riesigen Teil unserer Entwicklungsgeschichte bedeutet ja Gruppe.

00:23:29: also das ist ja unser größter Teil unserer Entwicklungsgeschichte.

00:23:33: Wir waren – und sind es noch heute – Herdentiere, weil Gruppe bedeutet Schutz, Nahrung, Wärme, Wissen, Kinderbetreuung, Verteidigung.

00:23:49: überleben!

00:23:51: Und Alleinsein bedeutet evolutionär nicht unbedingt Uuhu endlich Me Time.

00:23:59: Allein sein bedeutet... Scheiße!

00:24:04: Wo sind die anderen?

00:24:06: Ich bin maximal in Gefahr.

00:24:10: Und vielleicht versteht man plötzlich, warum unser Bindungssystem heute manchmal bei Dingen anspringt, bei denen unser Erwachsener Kopf sagt, jetzt stelle ich doch mal nicht so an.

00:24:21: Nehmen wir mal eine WhatsApp gelesen keine Antwort.

00:24:28: fünf Minuten zehn zwanzig Und plötzlich startet im Kopf eine komplette Streaming-Plattform.

00:24:39: Folge eins.

00:24:42: Ähm, er sie ist beschäftigt.

00:24:44: Folge zwei.

00:24:48: Äh, sie ist sauer?

00:24:50: Folge drei und was stimmt nicht?

00:24:54: Folge vier.

00:24:56: Er sie liebt mich nicht mehr.

00:24:59: Finale!

00:25:01: Er, sie hat eine andere, zieht morgen aus.

00:25:03: Ich werde mit dreiundachtzig allein von meinen Katzen gefunden und wir haben immer noch exakt dieselbe Informationslage wie vor zwanzig Minuten – nämlich keine!

00:25:15: Aber unser Körper ist längst mitten in der Geschichte.

00:25:21: Wir werden zwar erwachsen aber unser Bindungssystem bleibt Und wenn Bindung ursprünglich Sicherheit bedeutet, folgt daraus etwas ziemlich Logisches.

00:25:34: Dann kann der Verlust von Verbindung für unser System nicht einfach nur bedeutungslos sein – dann muss Zurückweisung nämlich etwas mit uns machen.

00:25:48: Trennung, Ausschluss ignoriert werden, nicht dazu zu gehören und das macht was.

00:26:00: Also es lohnt sich mal ein Blick darauf zu setzen, was die Forschung über Beziehung und Gesundheit überhaupt sagt.

00:26:07: Achtung zahlen!

00:26:09: Hundert-achtundvierzig Studien Dreihundert achttausend achthundert neunundviertzig Menschen.

00:26:23: Oh ich liebe Zahlen an solchen Stellen Nicht weil Zahlen alles erklären, sondern weil sie, finde ich so ein Bild scharf stellen.

00:26:32: Also eine große wissenschaftliche Meteranalyse hat hundert-achtundvierzig Studien mit insgesamt über dreihunderttausend Menschen zusammengefasst.

00:26:45: Diese Menschen wurden im Durchschnitt etwa sieben Komma.

00:26:48: fünf Jahre begleitetes echt lange und Menschen mit stärkeren sozialen Beziehungen hatten über die untersuchten Zeiträume eine ungefähr Achtung.

00:27:00: Fünfzig Prozent höhere Überlebenswahrscheinlichkeit als Menschen mit schwächeren sozialen Beziehungen.

00:27:08: Fünftig Prozent!

00:27:10: Boah, das bedeutet ausdrücklich nicht besorgt ihr drei Freunde und du lebst fünfzig Prozent länger.

00:27:18: Das wäre leider zu einfach.

00:27:20: so funktioniert Wissenschaft leider nicht aber trotzdem ist die Größenordnungs bemerkenswert oder?

00:27:27: Findet ihr nicht auch?

00:27:29: Also, die Forschen verglichen den Zusammenhang sogar mit etablierten gesundheitlichen Risikofaktoren.

00:27:36: Und das verändert doch für uns die Perspektive!

00:27:58: Aber wir in unserem Nestwerk wissen – und das ist eigentlich so fast unsere primäre Frage, wenn wir unsere Bestandsaufnahme machen.

00:28:12: Wie viele Menschen hast du um dich herum?

00:28:16: Und hast Du Menschen mit denen Du wirklich verbunden bist?

00:28:21: Wir fragen dann nicht ab Deiner Achthundert Kontakte im Handy und auch nicht wieviel Follower Du in deinem sozialen Netzwerk hast!

00:28:31: Also, viertausend Instagram-Folla halten dir nachts um drei nämlich nicht die Hand.

00:28:40: Also man kann sehr viele Menschen kennen und trotzdem sehr allein sein.

00:28:48: Uns interessiert es wie viele Menschen mit dir und du mit ihnen verbunden bist?

00:28:57: Denn wenn Beziehung unseren Körper tatsächlich so stark beeinflussen können stellt sich nämlich Nicht nur für mich und fürs Nestwerk, sondern generell die nächste Frage.

00:29:18: Also wir laufen jetzt nicht mit einem Schild herum heute emotionalen, nicht verfügbar – obwohl das manchmal praktisch wäre -, sondern unser Körper liest Menschen anders und das unglaublich schnell!

00:29:36: Wir lesen Menschen bevor wir über sie nachdenken.

00:29:42: Das ist auch... Da könnte ich jetzt auch mit Zahlen kommen, aber ich glaube ihr kennt das alle!

00:29:51: Ihr kommt nach Hause und euer Partner-Partnerin, euer Herzensmensch, mit dem ihr zusammen wohnt, kommt nachhause und sagt Hallo ein Wort Hallo.

00:30:05: Und ihr denkt oder fühlt Oh oh, irgendwas ist.

00:30:12: Die Person?

00:30:15: Was denn?

00:30:17: Du?

00:30:19: Nichts... aber du bist komisch!

00:30:24: Ich hab doch nur Hallo gesagt.

00:30:27: Jaaa hat der Mensch Aber Menschen hören ihm nicht nur Wörter.

00:30:33: Wir hören Tonlage Tempo Lautstärke Pausen.

00:30:38: wir sehen Gesichtsaustrücke Körperhaltung Blick Bewegung Spannung.

00:30:44: Unser soziales Gehirn verarbeitet permanent Informationen über andere Menschen.

00:30:49: In diesem Zusammenhang werden häufig auch sogenannte Spiegelneuronen genannt, ich heiße mir ob ihr das schon mal gehört habt aber ich liebe es, ich liebe Neurobiologie.

00:30:59: Spiegelneuron sind faszinierend!

00:31:03: Denn das sind Nervenzellen, die ursprünglich deshalb Aufmerksamkeit bekamen.

00:31:08: Weil sie sowohl beim Ausführen bestimmte Handlungen als auch beim Beobachten ähnliche Handlung aktiv werden können.

00:31:17: Irgendwann wurde mal daraus so eine populäre Geschichte von Das sind unsere Empathie Neuronen.

00:31:23: aber so einfach ist es nicht.

00:31:25: Empathies ein bisschen komplexer.

00:31:28: Dahinter steckt nämlich eigentlich eher ne andere faszinierende Wahrheit Wir beobachten andere Menschen nicht wie Möbelstücke.

00:31:35: Unser Gehirn verarbeitet mit was Andere tun, also wir stimmen uns aufeinander ein.

00:31:41: Jemand kommt völlig hektisch in einem Raum und fünf Minuten später sind alle hektische – das kennen wir!

00:31:48: Oder jemand gähnt und plötzlich gähmt der halbe Tisch oder wir sind auf einem Konzert und finden die Musik jetzt eigentlich gar nichts.

00:32:00: so'n Knaller doch flippen wir aus.

00:32:05: Oder Live Comedy, ich liebe Live-Comedyshows und ich ... Ich hab Bauchschmerzen bei Live Comedy!

00:32:14: Wenn ich mir diese Comedy später noch mal auf Social Media angucke oder mir den Podcast anhöre, denn immer so krass ist ja gar nicht so lustig weil ich das dann natürlich mit Freunden in einen Teilen möchte und sage so oh ich war letztens auf einer Comedy Show und du musst unbedingt und guck mal schick dir mal den Link von dem hier liegen Und wenn ich den Link verschicke, dann bin ich schon so gar nicht so lustig.

00:32:38: Wie sieht das eigentlich?

00:32:39: Lustig angeführt hat sie live da war.

00:32:44: Also oder was eigentlich auch richtig wird sich das kennen auch alle.

00:32:48: Jemand lacht aus vollem Bauch und man muss irgendwann mitlachen obwohl man überhaupt nicht weiß um was es eigentlich gerade geht Genauso wie... Lass uns gleich nochmal zurückgehen in das ursprüngliche.

00:33:05: Wenn ein Kind zum Beispiel hinfällt, es schaut zuerst zur Mama oder Papa – also zu seinem Bindungsmenschen.

00:33:13: Und dann entsteht ein winziger Moment nämlich das Kind holt sich die Rückmeldung über das Gesicht seiner Bindungsperson.

00:33:24: bin ich okay!

00:33:26: Also je nachdem wie das Gesicht dieser Bindungsperson reagiert nicht was es sagt sondern wie es reagiert.

00:33:40: Dementsprechend fühlt das Kind, ich habe einen Schmerz oder ist alles okay?

00:33:48: Verrückt!

00:33:48: Das kann man so gut beobachten.

00:33:52: Ich hab früher im Familienzentrum Havel Höhe, den Ermie-Picklerkurs geleitet und da war das einer der beliebtesten Übungsaufgaben seinen Kind zu beobachten und sich selbst zu beo- bakten.

00:34:11: Ich habe Klettertürme aufgebaut, damit die Kinder die Babys klettern können und das und das machen können Und sie haben sich natürlich auch zwischendurch gestritten und Sie haben sich immer wieder Die Rückmeldung also wenn sie irgendein Konflikt hatten mit einem anderen Baby was dann da war oder sie sind geklettert sind nicht weitergekommen.

00:34:28: Es gab immer diesen Blick zur Bindungspersonen und die Aufgabe von Eltern war dem kind nonverbal eine Rückmeldung zu geben.

00:34:38: Und das war so faszinierend, es hat so funktioniert!

00:34:42: Das war der Wahnsinn, das war ein Bilderbuch, das kann man gar nicht beschreiben wie auch berührendes war, wie nonverbal wir kommunizieren und wie gut es funktioniert.

00:34:54: Also zusammengefasst Kommunikation funktioniert in beide Richtungen.

00:35:00: also Anspannung kann sich übertragen aber Ruhe auch Und vielleicht kennt ihr diesen einen Menschen.

00:35:06: Ihr kommt völlig aufgelöst rein, redet zehn Minuten und der Mensch macht gar nichts!

00:35:13: Keine sieben Tipps, keine Diagnose, kein... Also ich würde an deiner Stelle... Nein dieser Mensch sitzt einfach nur da, hört zu, bleibt und irgendwann merkt er.

00:35:27: Dein Atem wird anders, deine Schultern werden tiefer.

00:35:33: Das Problem ist zwar noch da aber Du fühlst dich nicht mehr allein damit.

00:35:40: Das ist Beziehung im Körper!

00:35:44: So lasst uns jetzt mal in mein kleines Nähkästchen kommen, denn jetzt kommen wir zur Paar- und Familientherapie.

00:36:00: Denn wenn Menschen so viel mehr voneinander lesen als bloß Wörter dann können wir ja Beziehungen unmöglich verstehen, indem wir nur fragen was wurde gesagt.

00:36:15: Was müssen wir fragen?

00:36:17: Was wurde gehört?

00:36:19: und deswegen stelle ich euch die nächste tolle Person vor, die mich auch sehr geprägt hat und die ich sehr gerne mag weil klar sie ist halt prägend für systemische Paar- und Familientherapie.

00:36:40: Aber es gibt ganz, ganz schöne Zitate von ihr.

00:36:45: Und eins was sie halt besonders gut hervorgebracht hat ist nämlich dass Menschen mit Untertiteln sprechen!

00:36:57: Ich finde das Bild sehr schön.

00:36:58: ich mag auch ihre Bilder.

00:37:00: also ne wir kennen ja alles alle diese dieses berühmte Eisbergmodell.

00:37:06: Aber ich finde, dass das zeitgemäßer übersetzt werden könnte.

00:37:12: Nämlich mit Untertitel.

00:37:13: Ich habe immer so ein Bild im Kopf.

00:37:17: Ihr kennt alles dieses Comic und dann gibt es doch immer diese Gedankenblasen.

00:37:24: Ich hab die als Kind schon immer gerne gemacht!

00:37:27: Und so geht es mir wenn Familien- und Paare in meiner Praxis vor mir sitzen.

00:37:35: Sie sprechen miteinander und dann habe ich immer so das Gefühl, wow!

00:37:40: Ich kann diese ganzen Gedanken blasen.

00:37:43: Die dann dabei noch in diesen Gesprächen auf ploppen.

00:37:51: Die würde ich so gerne sichtbar machen und das ist eigentlich auch die Aufgabe in meiner Arbeit.

00:37:56: Diese Untertitel oder Blasen, die da so die ganze Zeit noch mit kommunizieren.

00:38:04: Die sichtbar zu machen oder halt wie bei einem Eisbergmodell Wir sprechen halt wir sehen dieses was über der Meeresoberfläche ist Aber das darunter ist natürlich noch viel viel viel riesiger.

00:38:19: Also stellt euch vor jede Unterhaltung zwischen zwei Menschen hätten sagen wir mal untertitel.

00:38:26: Das kennen wir auch wenn wir untertiteln.

00:38:28: also oben hören wir die gesprochenen Sätze Und unten läuft die Bedeutung mit.

00:38:35: Das Problem ist, dass wir die Untertitel des anderen nicht sehen!

00:38:43: Also sagen wir mal deinen Partner schaut aufs Handy und du sagst Kannst du das Ding eigentlich auch mal weglegen?

00:38:51: Da ist es der gesprochene Satz.

00:38:53: Der Untertitl könnte heißen Ich vermiss dich gerade Oder?

00:38:59: Hey ich fühle mich neben dir allein oder Ich möchte, dass du mich anschaust, wenn ich mit dir spreche.

00:39:06: Was hört der andere?

00:39:09: Vielleicht.

00:39:12: Oh!

00:39:13: Ich mach schon wieder alles

00:39:14: falsch.".

00:39:17: Also sagt er – »Ich war den ganzen Tag arbeiten.

00:39:21: Kannst du mich nicht einmal für fünf Minuten in Ruhe lassen?«.

00:39:25: Das wäre wieder der gesprochene Satz.

00:39:29: Sein Untertitel könnte sein.

00:39:40: Was hört sie wiederum?

00:39:43: Du nervst mich.

00:39:45: Und plötzlich reden zwei Menschen miteinander, aber vier Gespräche finden statt – das ausgesprochene Gespräch und zwei unsichtbare Untertitel!

00:39:56: Und vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum wir uns in Beziehung so grandios missverstehen können….

00:40:05: Wir reagieren nämlich nicht auf das, was der andere sagt sondern reagieren auf das was es für uns selbst bedeutet.

00:40:13: Ein Mach ruhig kann heißen mach ruhig oder wenn du das machst können wir morgen direkt in ein paar Therapeuten suchen.

00:40:25: Gleiche Wörter völlig andere Beziehung und Virginia hilft uns genau nämlich dabei nicht nur auf das sichtbare Verhalten zu schauen, sondern auch Gefühle, Erwartungen, Wahrnehmungen Sehnsüchte und den Selbstwert darunter.

00:40:47: Über Selbstwert übrigens könnte ich nochmal eine riesengroße Folge machen wenn es euch interessiert.

00:40:52: Selbstwert ist... Wow!

00:40:56: Ist auch ein wirklich Nicht-zu-Unterschätzten.

00:41:00: also den Ja macht da schon mal einen kleinen Marker dahinter, den wirklich sehr ernst zu nehmen.

00:41:10: Aber lasst uns die Beleidung rein, also nicht dass ich... Ich habe manchmal auch eine Tendenz auszuschweifen aber wir bleiben hier und holen den roten Faden zurück.

00:41:20: Also spannend es geht um auch Selbstreflexion denn in dem Dialog auch immer wieder bei sich selbst zu schauen, was passiert in mir.

00:41:41: Denn Beziehung besteht ja nicht nur aus einem Menschen!

00:41:46: Ich bin ja auch gleichzeitig mit mir selbst in Beziehungen.

00:41:50: Also meine Bedeutung trifft ja auf deine Bedeitung.

00:41:55: Meine Angst trifft auf deinen Schutz.

00:42:00: Meine Reaktion löst ja etwas bei dir aus und deine Reaktionen wiederum wieder.

00:42:06: was bei mir?

00:42:07: und plötzlich haben wir was Drittes im Raum, nämlich ein Muster zwischen uns.

00:42:16: Und Virginia hilft uns diese Untertitel zu lesen.

00:42:21: also Wir brauchen immer jemanden der uns zeigt Was passiert wenn zwei Untertiteln aufeinander preilen?

00:42:37: Ich stelle euch jetzt noch Ja, die stelle ich euch jetzt noch vor.

00:42:42: Ich hoffe dass es nicht zu viel von euch wird.

00:42:44: ansonsten könnt ihr auch zwischendurch einfach mal eine Pause machen und das Sacken lassen.

00:42:51: Denn ich will euch jetzt nur einer Frau vorstellen, die ich auch sehr bezeichnet finde und die einen ganz wichtigen Baustein erschaffen hat oder sagen wir mal eine weitere Ebene erschaffen.

00:43:12: Denn ich hab euch ja von Bolby erzählt, der hat sich mit dieser Bindungstheorie beschäftigt oder hat diese Bindungsterie erschaffen.

00:43:21: Und die hat sich ja mit der Bindung im Kindesalter beschäftigt.

00:43:28: und jetzt gibt es eine Frau, die heißt Sue Johnson.

00:43:37: Diese Bindungstheorie hat sie nicht direkt weiterentwickelt, sondern wurde natürlich weiterentwickelt.

00:43:43: Weil man dann auch geschaut hat was macht das mit uns im Erwachsenenalter?

00:43:51: Man hat verschiedene Bindungstypen daraus entwickelt und wie zeigt sich es denn am Erwachsendenalter?

00:44:00: Zu Johnson hat sich das genommen die emotionsfokussierte Partherapie entwickelt.

00:44:10: Also hat die Bindungsforschung übersetzt mit dem emotionsfokusierten oder mit dem Fokus auf die Emotionen.

00:44:22: so und weil das jetzt sehr komplex werden würde, hat sie ein Bild erschaffen Und das ist tatsächlich auch mein absolutes Lieblingsbild und dieses Bild benutze ich auch fast überwiegend in meinen Beratungen.

00:44:45: Nämlich, das Bild des Tanzes stellt euch vor dass Beziehung ein Tanz ist.

00:44:57: Einer macht einen Schritt der andere reagiert darauf reagiert wiederum der erste Dann geht es hin und her, dann treten wir mal den anderen auf die Füßen.

00:45:13: Du kennst das auch gerade so am Anfang wenn man so dated oder jemand neu kennenlernt.

00:45:18: Dann ist man da noch vorsichtig.

00:45:20: Wenn man schon ein bisschen länger in Beziehung ist... Denkt man schon oder man denkt zu, man glaubt zu wissen dass der andere so und so tanzt.

00:45:35: Egal auf jeden Fall Tanzen-Tanzen-tanzen- tanzen wir und niemand weiß eigentlich wie der Tanz angefangen hat oder wie vielleicht auch dieses aufeinander auf die Füße treten.

00:45:50: So wer eigentlich damit angefangen ist.

00:45:52: also nehmen wir mal ein zeitgemäßes Beispiel.

00:45:56: Ein Paar hat sich vorgenommen, heute Abend gehen wir zusammen essen.

00:45:59: Keine Kinder, keine Arbeit, kein Date!

00:46:04: Sie sitzt fertig auf dem Sofa, neunzehn Uhr, neunsundzehn, neunesundzwanzig.

00:46:09: er schreibt ich bin gleich da noch mit einem Herzi-Emoji.

00:46:13: Neunzehntnurvierzig zwanzig Uhr er kommt rein und sagt fröhlich sorry totales Chaos heute.

00:46:23: Und jetzt beginnt das.

00:46:26: Sie sagt, schon okay.

00:46:29: Ich hab sowieso kein Hunger mehr!

00:46:32: Von außen, wenn es jetzt ein Film wäre, wüssten wir alle.

00:46:36: Sie hat so was von Hunger – aber nicht nur auf Essen.

00:46:40: Ihr Untertitel vielleicht?

00:46:42: Ich habe mich auf dich gefreut und ich wollte dir wichtig sein Und gerade fühle ich mich wieder wie Platz Nummer sieben auf deiner Liste.

00:46:52: Was hört er?

00:46:54: Das schon wieder versagt.

00:46:55: Egal was du machst Es reicht nicht.

00:46:57: Also sagt er, boah ganz ehrlich ich kann auch nichts dafür dass sich arbeiten muss!

00:47:02: Sein Untertitel.

00:47:04: bitte sie doch wie viel ich gerade trage.

00:47:07: was hört Sie?

00:47:10: Deine Enttäuschung interessiert mich nicht also weißt du was?

00:47:14: lass es einfach und geht ins Schlafzimmer.

00:47:16: Er denkt na super jetzt werde ich auch noch bestraft also bleibt ihr auf dem Sofa.

00:47:23: Sie liegt im Schlafzimmer und denkt, natürlich kommt er nicht hinterher.

00:47:26: Und er sitzt im Wohnzimmer, und denkt Wenn ich jetzt hinterher gehe eskaliert ist erst recht!

00:47:32: Und dann sitzen sie beide dort sechs Meter voneinander entfernt.

00:47:36: Beide verletzt beide eigentlich mit demselben Wunsch.

00:47:40: Sag mir dass ich dir wichtig bin und keiner sagt das.

00:47:44: Das ist Schmerz Nicht.

00:47:47: wer hat Recht.

00:47:48: Natürlich hätte er früher Bescheid sagen können.

00:47:51: Natürlich darf sie enttäuscht sein, aber wenn ich als Paartherapeutin nur darüber diskutiere, wer um wie viel Uhr welche Nachricht hätte schreiben müssen, werde ich ja irgendwann zur menschlichen Schiedsrichter-App.

00:48:07: Und das interessiert mich ja nicht!

00:48:08: Also... Ich kann mich über hundert Sitzungen mit dem Paar darüber unterhalten.

00:48:16: Was wirklich interessant ist Ist ja, was ist zwischen beiden passiert?

00:48:21: Also das sind meine Fragen.

00:48:23: Was macht dein Körper wenn er zu spät kommt?

00:48:27: Was erzählst du dir selbst?

00:48:29: Was machst du darauf hin?

00:48:31: Was löst das genau bei ihm aus?

00:48:33: Was macht er?

00:48:34: und was macht das wiederum mit dir?

00:48:37: Und dann plötzlich sieht man zwei Menschen können gleichzeitig versuchen sich zu schützen und sich dabei gegenseitig verletzen.

00:48:45: Der eine Körper sagt, komm näher.

00:48:47: Der andere sagt, gib mir Raum!

00:48:49: Der eine sucht Kontakt um Sicherheit herzustellen.

00:48:53: Der ander sucht Abstand, um Sicherheit zu stellen und je mehr A nähe sucht, desto mehr Abstand braucht B. Je mehr Abstand B nimmt desto größer wird die Angst von A. Also ihr merkt schon zwei Menschen versuchen gleichzeitig Sicherheit herzustellen und erzeugen dabei gegenseitig Unsicherheit Und genau das ist Tanzen.

00:49:25: Also, hier müssen wir über etwas sprechen, dass in vielen Beziehungs-Podcasts zu kurz kommen – finde ich!

00:49:33: Denn wenn zwei Nervensysteme sich gegenseitig beeinflussen können, dann ist Beziehung nicht automatisch gesund.

00:49:40: Der Tanz kann beruhigen aber er kann auch jahrelang Alarm erzeugen.

00:49:51: Kommen Beziehung kann Medizin sein und Beziehungen können auch Gift sein.

00:50:02: Ein Mensch kann dafür sorgen, dass dein Körper weich wird – das haben wir schon gesagt!

00:50:08: Und wir haben auch schon gesagt ein Mensch kann da für Sorgen, dass deinen Körper Wache hält nämlich wenn du je nach Hause kommst und nicht weißt welche Stimmung erwartet mich.

00:50:20: darf ich etwas sagen?

00:50:22: muss ich aufpassen?

00:50:25: Wird geschwiegen, wenn ja warum?

00:50:27: Was hat das für eine Bedeutung?

00:50:29: Wird abgewertet, explodiert jemand.

00:50:32: Muss ich Stimmung retten?

00:50:34: muss ich mich kleiner machen?

00:50:37: Dann kann auf deinem Klingelschild zu Hause stehen und ein Nervensystem liest.

00:50:47: vielleicht trotzdem Alarm.

00:50:51: Achtung Gefahr.

00:50:54: Vielleicht kennt jemand diesen Moment.

00:50:56: Der Schlüssel dreht sich in der Wohnungstür um, dein Bauch zieht sich zusammen... ...der Anna hat noch kein Wort gesagt, dein Körper ist schon wach!

00:51:05: Ist zusammengezogen die Muskulatur ist fest oder du hörst den Schlüssel und etwas in dir entspannt dich?

00:51:16: Du bist da also gleicher Schlüssel, gleiche Tür und zwei völlig unterschiedliche Körperreaktionen.

00:51:27: Beides ist Beziehung.

00:51:31: Und deshalb lautet die Gesundheitsfrage nicht, habe ich eine Beziehungen?

00:51:37: Sondern was machen meine Beziehenden mit mir?

00:51:45: und deswegen darf verstehen Nicht ein Selbstverrat werden also Menschen, die das sehen wir auch bei Social Media und es gibt viele Podcast drüber und dieses Phänomen auch schnell zu diagnostizieren.

00:52:12: Also, mich nervt es so ein bisschen wenn ich durch Social Media gehe wie schnell das und das passiert und hat Bindungsangst oder sie wurde als Kind verlassen.

00:52:30: Er kann Gefühle nicht zeigen.

00:52:32: Sie hat es nie anders gelernt.

00:52:34: Sein Vater war genauso.

00:52:36: Also, weil... Warum nervt es mich?

00:52:40: Weil es uns nichts bringt.

00:52:42: Du kannst dir zwar irgendwann ein Doktortitel aneignen in welche Kindheit hatte dein Partner und trotzdem geht's dir jeden Abend schlecht!

00:52:57: Deswegen gehört für mich zum Beispiel zur Beziehung oder sagen wir mal so Beziehungen.

00:53:04: da gehört ein ganz wichtiger Satz dazu.

00:53:07: Eine Erklärung ist keine Entschuldigung für jedes Verhalten.

00:53:11: Also ich kann verstehen, warum jemand so geworden ist und gleichzeitig sagen So darfst du nicht mit mir umgehen.

00:53:20: Und beides darf wahr sein.

00:53:23: also Mitgefühl und Grenze Verständnis und Selbstschutz Liebe und Nein.

00:53:34: Es gibt zum Beispiel einen ganz, ganz tollen Familientherapeuten der leider vor ein paar Jahren gestorben ist.

00:53:46: Ich finde das der bekannteste weil es auch immer der Beste ist.

00:53:49: Jesper Juul hat ein ganz kleines süßes ganz tolles Büchlein rausgebracht aus Liebe.

00:53:58: Nein Das ist so schön.

00:54:01: Es könnt ihr euch alle holen.

00:54:02: Das ist ein so schönes Buch.

00:54:03: also eine liebe und nein gehören zusammen.

00:54:08: Und genau damit kommen wir zu einer sehr praktischen Frage.

00:54:12: Also, wenn Beziehung weder automatisch gut noch automatisch schlecht ist?

00:54:18: Woran erkennen wir denn dann jetzt eigentlich ob eine Beziehungen tragfähig ist?

00:54:24: und Jetzt komme ich zu meinem letzten Bild weil das Bild vielleicht auch etwas... Ich hoffe dass euch das auch hilft Weil ich finde das Bild eigentlich ganz simpel.

00:54:41: also Ich habe das auch, ich benutze es auch sehr gerne weil... ...ich tiefe meinem Herzen eine Handwerkrennen bin.

00:54:52: Ich wäre gerne Architektin geworden!

00:54:58: Ich interessiere mich für Räume, für Häuser, Statik.

00:55:04: Vielleicht hat's auch noch mal so ein bisschen was mit meinem Yoga-Lehrer da sein zu tun, weil ja der Körper auch ganz viel Körperhaltung, ganz viel auch mit Statik zu tun hat?

00:55:17: Aber auch in der Bildsprache mag ich das sehr, sehr gerne.

00:55:21: Also lass uns mal Beziehung betrachten wie Häuser.

00:55:29: Kein vernünftiger Mensch beginnt beim Hausbau mit den Gardinen.

00:55:34: Wir beginnen ja immer mit dem Fundament.

00:55:41: Mein Bild von Fundament ist Sicherheit und Vertrauen.

00:55:47: BOOM Darauf bauen wir tragende Darauf bauen wir tragende Wände.

00:55:59: Bei mir sind die tragenden Wände, Verlässlichkeit, Respekt, Kommunikation und Achtung – finde ich einer der wichtigsten tragenden wende -, die Fähigkeit Konflikte auszuhalten.

00:56:19: Und eine tragende Wand ist übrigens vielleicht so ein bisschen unspektakulär Denn niemand kommt zu Besuch und sagt, eure Statik Wahnsinn.

00:56:34: Aber nimm sie mal weg!

00:56:35: Dann wird es plötzlich sehr interessant.

00:56:39: Und so ist es nämlich mit Verlässlichkeit.

00:56:42: Solange sie da ist bemerken wir sie gar nicht.

00:56:46: aber wenn sie fehlt dann wackelt das ganze Haus.

00:56:54: Wenn wir die haben, die tragenden Wände, dann brauchen wir noch Fenster.

00:57:02: Bei mir sind die Fenster, die Neugier.

00:57:07: Die Neugie ist so wichtig für die Langlebigkeit!

00:57:14: Neugir bedeutet kann ich dich noch sehen?

00:57:18: Nach zehn Jahren nach zwanzig Kann ich immer noch fragen wer bist du eigentlich gerade nicht als Vorwurf sondern aus neugier heraus?

00:57:35: Ich erlebe so oft Paare die nach ein, zwei, drei Jahren doch allen Ernstes denken.

00:57:44: Ich kenne meinen Partner in und auswendig!

00:57:47: Guck mal nur auf dich selbst!

00:57:49: Guckt mal auf dich selber wer du vor drei Jahren warst.

00:57:55: Und ich hoffe dass wir jetzt sagst Stimmt, ich war vor drei jahren ganz anders Und deswegen warum glauben wir jemanden vollständig zu kennen?

00:58:11: und dann ein Punkt zu setzen.

00:58:18: Also, vielleicht sterben nämlich Beziehungen gar nicht an einem großen Knall.

00:58:25: Vielleicht sterben manche Menschen nämlich sehr leise daran, dass zwei Menschen irgendwann aufgehört haben sich einander zu entdecken oder?

00:58:36: Vielleicht begegnen euch auch diese Karten ist nicht so toll weil sie uns paar Therapeuten nämlich ganz viel Arbeit abnehmen.

00:58:49: Diese Karten, die so viral gehen, ihr habt sie bestimmt.

00:58:52: Wenn nicht dann haltet mal die Augen auf.

00:58:54: Gibt es mittlerweile in sehr vielen Versionen.

00:58:58: einer der ersten Versionen, die ich entdeckt habe ist das Kartenzett Liebeleben und jetzt gibt's aber mittlerweile schon ganz viele davon verschiedene Versionen.

00:59:10: Ihr könnt ja gerne mal reinschreiben in die Kommentare, wenn ihr so ein Kartenbeck habt.

00:59:17: Teilt es gerne!

00:59:18: Ich finde dieses Karten ... ich find diese Kartendex... ich find die so toll weil wir nie aufhören sollten zu fragen.

00:59:25: Nie aufhörn sollten zu fragen und Diese Fragen sich immer wiederzustellen und ihr werdet überrascht sein.

00:59:34: Ihr könnt das gleiche Kartenzettkartendeck habe ich gerade gesagt.

00:59:38: Kartenzet nehmen Ihr werdet definitiv alle halbe Jahre eine andere Antwort bekommen.

00:59:48: Das ist doch wunderbar und das ist so schön, sich immer wieder neu zu entdecken.

00:59:53: Paare die dreißigvierzig Jahre zusammen sind, die sind zusammen weil sie nicht aufgehört haben neugierig zu sein.

01:00:04: Nicht bewertend!

01:00:05: Oh, was geht mit dir los?

01:00:07: Nimm also früher viel angenehmer.

01:00:11: Nein sondern... Wow, wer bist du denn heute?

01:00:15: Wow!

01:00:15: Du veränderst dich gerade.

01:00:17: Wow spannend.

01:00:19: Es ist nicht toll dass wir uns eigentlich immer wieder verändern.

01:00:21: wollen wir dann eigentlich mit den Menschen noch nach zehn Jahren zusammen sein Mit dem Menschen der er vor?

01:00:29: also stellt euch mal vor man hat jemanden kennengelernt mit neunzehn.

01:00:33: Wollen wir wenn wir neununddreißig sind Dann noch mit die menschen zusammen sein Verhalten als erneunzehn war.

01:00:42: Das wäre doch schrecklich!

01:00:43: Also, ne?

01:00:44: So... Dann brauchen wir ja eine Tür.

01:00:50: Oh die Tür finde ich auch so wichtig und die ist auch... Die ist so toll.

01:00:55: Die ist... Die is ffff- Die ist auch so elementarwichtig.

01:01:02: Ich würde mal gerne so irgendwie Zensuren geben aber ich merke dann so.. Ich würde bei allen eine Zehn von zehn geben.

01:01:10: Und diese Tür ist bei mir Grenzer.

01:01:13: Grenzen Ich kann sie öffnen, ich darf dich hereinlassen und ich darf Sie schließen.

01:01:21: Nähe ohne Türen wären kein Zuhause paradoxner – sie wäre nämlich ein Bahnhof!

01:01:32: Ach, ich kann über Grenze auch nochmal eine eigene Podcastfolge machen.

01:01:38: Lass uns weiterkommen zum letzten und das ist das Dach.

01:01:43: Und bei mir ist das dach Zugehörigkeit.

01:01:48: Dieses wir gehören zusammen ohne einander zu gehören.

01:01:55: Lasst euch das noch mal so durch den Körper gehen.

01:02:01: Wir gehören zusammen, ohne ein'nander zugehören.

01:02:08: Das ist das Dach, dass es Zugehörigkeit Darüber würde ich auch am liebsten nochmal eine Einfolge machen weil auch ganz viel darunter liegt an Bedeutung.

01:02:26: Lass uns abschließen mit Dem Bildhaus, nämlich jeder kennt es.

01:02:35: Kein Mensch baut ein Haus zieht ein und sagt Super!

01:02:41: Jetzt dreißig Jahre nichts mehr machen Das geht mit nichts.

01:02:50: Und doch erwarten wir das bei Beziehungen erstaunlich oft.

01:02:58: Wir verlieben uns, wir ziehen zusammen, wir heiraten und wir denken Oh fertig Und dabei arbeiten Menschen.

01:03:10: Wir leben, wir bekommen Kinder, Kinder entwickeln sich, Kinder gehen, Körper verändern sich, Sexualität verändert sich, Eltern werden alt, Menschen werden krank, Karriere beginnen, Karren verändern sie, Karieren enden... Wir werden mit forty-seven nicht dieselbe Person sein wie mit twenty-seven.

01:03:36: Also Wartung!

01:03:39: Jedes Haus braucht eine Wartung.

01:03:43: Alles!

01:03:47: In-Standhaltung, nehmen wir mal so ein ganz furchtbares trockenes Wort.

01:03:52: In-standhalten.

01:03:56: Nehmt uns... lasst uns das mal auseinandernehmen.

01:03:58: In Standhaltung.

01:04:02: Könnte ich philosophisch komplett jetzt darin eintauchen?

01:04:06: Aber taucht man selber philosophisch ein.

01:04:09: In standhaltung Eine Haltung Stehend für etwas einstehen und innen, also sich einlassen.

01:04:32: Und geht mal selber da rein!

01:04:39: Ich bin gespannt über welche Bilder ihr da reinkommt.

01:04:45: Also damit können wir eigentlich insgesamt einen schönen Beziehungstest bauen aber ich möchte kein Test.

01:05:01: Lasst uns lieber nochmal zusammenfassen Unser Körper merkt häufig früher als unser Kopf, wie sich eine Beziehung wirklich anfühlt.

01:05:12: Und deswegen zusammengefasst!

01:05:17: Kommen wir am Ende noch mal dorthin wo wir angefangen haben, nämlich zu unserem Körper?

01:05:23: Macht mal eure eigene Beziehungsinventur und zwar nicht wer ist gut oder schlecht sondern bei wem wird dein Atem tiefer wird dein Körper weich.

01:05:45: Bei wem darfst du schweigen, bei wem kannst du peinlich sein?

01:05:55: Bei wemen darfst Du erfolgreich sein ohne dass Du Dich kleiner machen musst?

01:06:03: Bei Wem kannst Du widersprechen, ohne das Du Angst haben musst die Beziehung zu verlieren!

01:06:12: Bei wemem darfst DU NEIN sagen?

01:06:15: und bei weem darfst U weinen?

01:06:19: Bei wem musst du funktionieren und bei wem wirst du plötzlich nett, besonders lustig, besonders angepasst nur damit die Stimmung nicht kippt.

01:06:50: Ich brauche erst mal zwei Stunden, um wieder ich selbst zu werden.

01:06:55: Also die ehrlichste Gesundheitsfrage überhaupt ist von welchen Beziehungen muss ich mich regelmäßig erholen?

01:07:09: Nochmal wir zählen Schritte!

01:07:10: Wir messen Schlaf, wir messen Puls, Blutdruck, Kalorien, Herzfrequenzen.

01:07:16: aber wir sollten doch eigentlich was ganz anderes messen.

01:07:19: Wie viel Kraft geben mir meine Beziehung und wie viel Kraft kosten sie mich?

01:07:28: Ich möchte in dieser Folge nicht mit der Frage enden, wer uns Kraft kostet.

01:07:34: Sondern ich möchte sie beenden wo sie angefangen hat – nämlich mit diesen kleinen Menschen!

01:07:44: Mit diesem kleinen Menschen, der noch nichts leisten kann, der keine Karriere hat, keine Atemtechnik, keine Meditation, keine Selbstoptimierung.

01:07:56: und trotzdem passiert etwas Großes... wenn jemand ihn hält.

01:08:03: Ein anderer Körper sagt, du bist nicht

01:08:05: allein.".

01:08:08: Vielleicht bleibt genau das unser ganzes Leben lang einer unserer tiefsten menschlichen Erfahrungen – eine Freundin die nachts an Telefon geht?

01:08:17: Ein Bruder der sie ins Auto setzt und kommt?

01:08:21: Ein Partner, der nach einem Streit irgendwann vor der Tür steht und sagt hey können wir nochmal anfangen?

01:08:30: Eine Kollegin, die dich anschaut Du kannst heute nicht mehr und sagt Komm, geh nach Hause.

01:08:40: Ich mach das.

01:08:43: Ein erwachsenes Kind, dass irgendwann plötzlich uns in den Arm nimmt ein Nachbar der fragt Soll ich dir was mitbringen?

01:08:52: Das gilt zu ihr Dekor.

01:08:56: Vielleicht klingt es für euch alles ganz klein Aber für ein soziales Säugetier wie wir es sind ist das riesig Und vielleicht ist eine gesunde Beziehung deshalb nicht die Beziehungen Ohne Risse.

01:09:12: Vielleicht ist es eine Beziehung, in der Risse repariert werden dürfen?

01:09:19: Wir werden immer aufeinander oder wir werden immer auseinander auf die Füße treten!

01:09:27: Wir werden den Takt verlieren.

01:09:30: Manchmal wird einer zu schnell, der andere zu langsam.

01:09:33: Manchmal läuft einer weg und der andere hinterher.

01:09:37: Die entscheidende Frage ist nicht.

01:09:39: Tanzen wir perfekt – noch mal ganz groß Perfektion gibt es nicht.

01:09:47: Es gibt keine Perfektion in unserer Natur, nur Gänze und deswegen gibt es keine perfekte Beziehung.

01:09:59: Kein Paar – alles was ihr bei Social Media seht!

01:10:03: Keine Beziehungen ist perfekt, keine Familie, keine Freundschaft.

01:10:09: Die Frage ist die wir uns immer wieder stellen dürfen finden wir wieder zueinander?

01:10:17: Kann ich sagen, Ich sehe dich wieder.

01:10:26: Ich habe Verstanden.

01:10:30: Das war nicht okay.

01:10:33: Es tut mir leid Ich bin noch da.

01:10:40: Vielleicht beginnt Gesundheit deshalb nicht damit alles alleine tragen zu können.

01:10:44: vielleicht beginnt sie manchmal genau dort wo jemand die andere Seite eines schweren Tisches nimmt und sagt Warte, ich trage mit!

01:10:55: Wir Menschen sind nicht dafür gebaut uns selbst zu regulieren.

01:11:00: Wir sind füreinander gebaut und gleichzeitig dürfen wir wählen wem wir die Tür unseres Hauses öffnen Denn Beziehung kann ein Ort sein an dem unser Körper endlich aufhört zu kämpfen.

01:11:16: Beziehungen sollte ein Ort seien An dem unser körper endlich auf hört zu kämpfen.

01:11:25: Und deshalb ist die Frage, wie gesund sind eigentlich meine Beziehungen?

01:11:32: Keine romantische Frage und auch keine Luxusfrage.

01:11:38: Und auch keine Frage nur für die Partherapie!

01:11:44: Sie ist eine Gesundheitsfrage.

01:11:47: Gesundheit beginnt mit... sie beginnt Mit dem ersten Atemzug und sie endet mit unserem letzten Atemzug.

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